Sperre gegen Mountainbiker Flückiger vorerst aufgehoben

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«Grosse Erleichterung»Doping-Sperre gegen Mountainbike-Star Flückiger vorerst aufgehoben

Vier Monate nach einer positiven Dopingprobe hebt die Disziplinarkammer von Swiss Olympic die provisorische Sperre gegen Mountainbiker Mathias Flückiger auf.

von
Florian Gnägi
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Die provisorische Sperre gegen Mathias Flückiger ist aufgehoben.

Die provisorische Sperre gegen Mathias Flückiger ist aufgehoben.

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Der Mountainbiker blieb im Juni in einer Doping-Kontrolle hängen.

Der Mountainbiker blieb im Juni in einer Doping-Kontrolle hängen.

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Der Berner beteuerte stets seine Unschuld.

Der Berner beteuerte stets seine Unschuld.

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Darum gehts

  • Mountainbiker Mathias Flückiger darf wieder an den Start gehen.

  • Dies, weil die Disziplinarkommission von Swiss Olympic seine Doping-Sperre wieder aufhob.

  • Gleichbedeutend mit einem Freispruch ist dieses Verdikt aber noch nicht.

Es ist Donnerstag, der 18. August, als der Schweizer Mountainbike-Sport ordentlich durchgerüttelt wurde. Der Verband Swiss Cycling gab bekannt, dass Mathias Flückiger im Rahmen der Schweizer Meisterschaften in Leysin positiv auf die anabole Substanz Zeranol getestet worden sei.

Nun gibt die Disziplinarkammer des Schweizer Sports bekannt, dass das Zeranol-Testresultat nicht als positive Dopingprobe gewertet werden darf. Durch diesen Entscheid wird die von Swiss Sports Integrity verhängte provisorische Sperre gegen Flückiger aufgehoben.

Flückiger ist erleichtert

«Ich habe nie gedopt. Der Entscheid der Disziplinarkammer ist für mich eine extrem grosse Erleichterung. Es waren die schlimmsten fünf Monate meines Lebens», lässt sich Flückiger in einer Medienmitteilung zitieren und meint weiter, er blicke nun «nach monatelangem, enorm belastendem Warten wieder optimistisch in die Zukunft». «Sportlich bin ich motivierter denn je und ich arbeite täglich an meinem Comeback», so der 34-Jährige.

Swiss Sport Integrity betont allerdings in einer offiziellen Stellungnahme, dass «aufgrund der umfangreichen Abklärungen ein abnormes Analyseresultat vorlag» und dadurch die provisorische Sperre gegen Flückiger zwingend erforderlich gewesen sei. Die Stiftung werde den Entscheid nun weiter prüfen und basierend darauf die nächsten Schritte einleiten. Der Fall könnte nun wie die Causa Alex Wilson vor den internationalen Gerichtshof in Lausanne gezogen werden.

Atypische Befunde bei Doping-Probe

Flückiger beteuerte in der Angelegenheit von Anfang an seine Unschuld. Für den Berner und sein Betreuerteam war klar, dass wegen der sehr kleinen nachgewiesenen Menge (0,3 Nanogramm pro Milliliter) des verbotenen Anabolikums die A-Probe nicht als positiver Doping-Test hätte gewertet werden dürfen.

Das Resultat wurde als atypisch statt automatisch als positiv gewertet, da der Schwellenwert bei 0,5 Nanogramm pro Milliliter liegt. Die anschliessende Bewertung des Ergebnisses lag in der Kompetenz der nationalen Antidoping-Behörde. Das Lager von Flückiger kritisiert dabei aber, dass die Kontrollbehörde sich nicht an die vorgegebenen Verfahren der Wada gehalten habe.

Deswegen hatte der Mountainbike-Crack am 16. September bei der Disziplinarkammer von Swiss Olympic ein ausführliches Dossier mit Erklärungen und Entlastungsindizien eingereicht. Nun bleibt abzuwarten, wie die Geschichte weitergehen wird und ob es zu weiteren Einsprachen vonseiten der Swiss Sport Integrity, der Wada oder des internationalen Radverbandes kommen wird. Ein definitiver Freispruch aller Dopingvorwürfe bedeutet der Entscheid der Disziplinarkammer auf jeden Fall noch nicht.

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