Politik im Sport : Doppeladler, Black Power, Hitlergruss – Sportmomente, die Geschichte schrieben

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Politik im Sport Doppeladler, Black Power, Hitlergruss – Sportmomente, die Geschichte schrieben

Selten gab eine WM so viel zu diskutieren wie jene in Katar. Darf Sport politisch sein? Ein Blick in die Geschichte zeigt: Grosse Sportanlässe wurden immer wieder für politische Statements genutzt.

von
Daniel Graf
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Olympiade der Nationalsozialisten zu Propaganda-Zwecken 1936
Olympiade der Nationalsozialisten zu Propaganda-Zwecken 1936

Die Olympischen Sommerspiele 1936 waren eine Möglichkeit für Adolf Hitler, der 1933 mit den Nationalsozialisten die Macht ergriffen hatte, Propaganda zu betreiben und Deutschland der Welt als friedliebendes, soziales und wirtschaftlich aufstrebendes Land zu präsentieren. Hitler betonte deshalb, dass er alles tun werde, um die Spiele so vollkommen wie möglich zu machen. Gegen alle Mahnungen des IOC, die Gastgeberrolle nicht zur Selbstdarstellung zu missbrauchen, nutzte das Regime alles, um mit einem «propagandistischen Gesamtkunstwerk» sich selbst gut in Szene zu setzen und mit begeisterten Volksmassen Ekstase und Einigkeit von Volk und Führer zu demonstrieren.

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Black Power-Proteste gegen Rassismus 1968
Black Power-Proteste gegen Rassismus 1968

Dieses Bild von den Olympischen Spielen 1968 gilt als eines der ikonischsten überhaupt, was politischen Protest im Rahmen von Sport-Grossereignissen angeht. Tommie Smith und John Carlos, die Gewinner von Gold und Bronze über 200 Meter, strecken die Fäuste zum «Black Power»-Gruss in die Luft. Mit gesenkten Köpfen und schwarz behandschuhten Fäusten weigern sie sich, die amerikanische Flagge und die Nationalhymne anzuerkennen. Sie protestieren damit gegen Rassismus und die schlechte Behandlung Schwarzer in den USA.

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Terroranschlag an den Olympischen Spielen in München 1972
Terroranschlag an den Olympischen Spielen in München 1972

Die Olympischen Spiele 1972 wurden von einem Terroranschlag überschattet. Mit Sturmgewehren bewaffnet kletterten acht Mitglieder der palästinensischen Terrororganisation Schwarzer September über den Zaun des olypischen Dorfs und nahmen elf israelische Delegationsmitglieder als Geiseln. Zwei der Geiseln wurden gleich zu Beginn der Aktion verwundet, sie starben noch im olympischen Dorf an ihren Verletzungen.

Bei einem missglückten Befreiungsversuch der deutschen Behörden wurden auf einem Flugplatz alle anderen Geiseln, fünf Terroristen und ein deutscher Polizist getötet. Nach dem Tod der israelischen Sportler blieben die Spiele für einen Tag unterbrochen und nach einer Trauerfeier im Olympiastadion liess IOC-Präsident Avery Brundage sie mit dem Satz «The games must go on!» fortführen.

Fairfax Media via Getty Images

Darum gehts

  • Die WM in Katar sorgt auch fernab der Fussballplätze für viel Gesprächsstoff. 

  • Eine zentrale Frage: Darf Sport politisch sein? 

  • In der Geschichte des Sports gab es immer wieder Momente, in denen Grossanlässe für politische Statements benutzt wurden. 

Das Verbot der «One Love»-Armbänder in Regenbogenfarben der Fifa an der WM in Katar sorgte für heftige Diskussionen. Schon zuvor gab es Kritik an der Fifa, die WM überhaupt an Katar vergeben zu haben. Die Menschen diskutierten darüber, ob die WM in Katar nicht als Zeichen des Protests boykottiert werden solle. Und immer wieder drehten sich die Diskussionen um die Frage: Darf Sport politisch sein? Und wenn ja, wo sind die Grenzen? 

Sport war in seiner ursprünglichen Form im 18. und 19. Jahrhundert eine reine Freizeitbeschäftigung, eine politische Erziehung war nicht beabsichtigt. Das änderte sich, als der Sport zunehmend populär wurde. Gerade im Nationalsozialismus erfuhr der Sport eine propagandistische Instrumentalisierung und ab da begann sich auch Kritik an der politischen Komponente von Sportanlässen zu rühren. Die Fussball-Weltmeisterschaften und Olympischen Spiele in Russland und die Olympischen Spiele im chinesischen Beijing standen in der Kritik, die Staaten würden die Sportanlässe nutzen, um sich in ein positives Licht zu rücken. 

Auch Gesten einzelner Sportler schlugen teils hohe Wellen und machten in der ganzen Welt Schlagzeilen. Die ikonischsten Momente politischer Statements im Sport siehst du in der Bildstrecke oben.

Darf Sport politisch sein? 

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