Zweite Welle: Jeder fünfte hat Corona-Stress- und Depressionssymptome
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Zweite WelleJeder fünfte hat Corona-Stress- und Depressionssymptome

Bei der Befragung der Schweizer Bevölkerung zu ihrem psychischen Befinden zeigen die Resultate bei der zweiten Corona-Welle eine höhere Belastung.

von
Steve Last
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Die zweite Corona-Welle trifft die Psyche der Bevölkerung härter, als noch der Lockdown im Frühling.

Die zweite Corona-Welle trifft die Psyche der Bevölkerung härter, als noch der Lockdown im Frühling.

Steve Last
In der «Swiss Corona Stress Study» geben rund doppelt so viele Befragte schwere Depressionssymptome an.

In der «Swiss Corona Stress Study» geben rund doppelt so viele Befragte schwere Depressionssymptome an.

Universität Basel
Westschweizer sind schwerer von Depressionssymptomen betroffen als Deutschschweizer oder Tessiner.

Westschweizer sind schwerer von Depressionssymptomen betroffen als Deutschschweizer oder Tessiner.

Universität Basel

Darum gehts

  • Die Universität Basel beteiligt sich an der «Swiss Corona Stress Study».

  • Bisher haben über 11’000 Personen aus der Schweiz an der Umfrage zur zweiten Wellt teilgenommen.

  • Die psychische Belastung ist im Vergleich zur ersten Welle höher.

Im November hatte die Universität Basel die Bevölkerung um die Teilnahme an der «Swiss Corona Stress Study» zur zweiten Corona-Welle gebeten. Bisher haben sich 11’612 Personen gemeldet, wie die Hochschule am Donnerstag mitteilt. Bei der zweiten Welle sei ein «starker Anstieg» der psychischen Belastung zu verzeichnen.

Während des Lockdowns im April hätten in einer ersten Umfrage noch elf Prozent der Teilnehmenden «maximalen Stress» angegeben. In der zweiten Welle seien es nun 20 Prozent. Auch die Zahl der Personen, die schwere depressive Symptome angaben, sei von zwölf auf 18 Prozent gestiegen.

Schulen sollen Lehrplan anpassen

Weil besonders junge Menschen unter der Folgen der zweiten Welle leiden, empfehlen die Forscher den Schulen, den besonderen Umständen Rechnung zu tragen.

Wie schon in der Umfrage zur ersten Welle gaben Personen, die körperlich aktiv sind, weniger Stress- und Depressionssymptome an, als körperlich weniger aktive. Die stressreduzierende Wirkung von Sport sei bekannt, heisst es weiter.

Hauptgründe bei Arbeit, Schule und Finanzen

Hauptgründe für psychischen Stress sind Corona-bedingte Veränderungen bei der Arbeit, in der Schule oder bei der Ausbildung, wie es weiter heisst. Weitere Belastungen würden durch finanzielle Einbussen in der Pandemie, Zunahme von Konflikten zuhause sowie Zukunftsängste entstehen.

Schwere depressive Symptome würden vermehrt von Personen gemeldet, die in Branchen tätig sind, die durch die Corona-Massnahmen eingeschränkt wurden. Stärker betroffen seien auch Personen aus der Westschweiz (22 Prozent) als aus der Deutschschweiz (17 Prozent) oder dem Tessin (16 Prozent).

Hast du oder jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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