GPS-Daten und SMS - Doppelt so viele Stalker wie letztes Jahr erzwingen Zugriff auf Handys
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GPS-Daten und SMSDoppelt so viele Stalker wie letztes Jahr erzwingen Zugriff auf Handys

Stalkerware wird mehr als zweimal so häufig eingesetzt als noch vor einem Jahr. Dabei erschleichen sich einer Person nahe stehende Menschen Zugang auf die Smartphones ihrer Opfer.

von
Dominique Zeier
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Unter Stalkerware versteht man eine Software, die das Handy einer Person ausspioniert.

Unter Stalkerware versteht man eine Software, die das Handy einer Person ausspioniert.

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So haben Drittpersonen zugriff zu persönlichen Daten und Informationen auf dem Telefon.

So haben Drittpersonen zugriff zu persönlichen Daten und Informationen auf dem Telefon.

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So kann beispielsweise bei Social Media, …

So kann beispielsweise bei Social Media, …

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Darum gehts

  • Mehr als doppelt so oft wie im letzten Jahr wurden dieses Jahr private Smartphones abgehört.

  • Das berichtet die Sicherheitsfirma Avast.

  • Dabei handelt es sich um sogenannte Stalkerware, die meist aus dem Umfeld des Opfers auf deren Handy installiert wird.

  • Solche Abhör-Software zu entdecken ist nicht immer einfach.

Viele Personen vertrauen ihren Smartphones ihre tiefsten Geheimnisse an – seien dies private Fotos, intime Konversationen oder E-Mails, die nur für die eigenen Augen bestimmt sind. Ausserdem sind auf Handys sensible Daten wie Bankverbindungen, Passwörter oder gesundheitliche Informationen abgespeichert. Der Gedanke, dass sich Aussenstehende unerwünscht Zugriff auf das Gerät verschaffen könnten, ist für viele also äusserst erschreckend.

Doch geschieht dies immer wieder – und in diesem Jahr mehr denn je, wie die Sicherheitsfirma Avast mitteilt. Allein in den Monaten Januar und Februar des Jahres 2021 verzeichnete das Unternehmen in Deutschland laut Bild.de einen Anstieg an Ausspähungs-Angriffen auf private Smartphones um 108 Prozent im Vergleich zu denselben Monaten im letzten Jahr. Konkret wurden in diesem Zeitraum im Jahr 2020 425 solcher Spionagefälle entdeckt, während es dieses Jahr 884 waren. Ähnlich verhält es sich auch in anderen Ländern. In Grossbritannien zum Beispiel wurden 93 Prozent mehr Spyware und Stalking-Apps verwendet, wie Avast mitteilt.

Physischen Zugriff auf das Telefon

Zwar klingen diese Zahlen verglichen mit den Millionen Hacking-Angriffen, die rund um die Welt geschehen, relativ klein, Avast erklärt aber, dass es sich bei diesen Spionage-Fällen um Übergriffe handelt, deren Täterinnen und Täter meist aus dem Umfeld der Betroffenen stammen. Verwendet werden dabei sogenannte Stalkerware, mit welcher es Personen möglich ist, die Handys anderer Leute auszuspionieren.

Meist werden solche Programme von Freunden oder eifersüchtigen Partnerinnen und Partnern auf den Geräten ihrer Bekanntschaften installiert. Denn für die Installation der meisten dieser Stalkerwares benötigt der Täter oder die Täterin physischen Zugriff auf das Smartphone des Opfers. Jaya Baloo, Sicherheitsexperte bei Avast erklärt: «Die Zunahme solcher Stalkerware ist ein grosser Grund zur Sorge. Es handelt sich um eine Art Tech-Missbrauch, bei welchem die Freiheit des Opfers stark eingeschränkt wird.»

Tatsächlich könne sich jeder solche Software anschaffen, sagt Victor Chebyshev, Experte bei der Cybersicherheitsfirma Kaspersky zu «Bild.de». Im Netz gebe es unzählige solche Angebote, die oftmals gar nicht so viel kosten. Laut den Verkäufern wird die Stalkerware als Tool zur Überwachung von Kindern oder Mitarbeitenden angepriesen, wofür sie nach dem Kauf aber tatsächlich benutzt wird, liegt gänzlich im Ermessen des Käufers oder der Käuferin.

Zugriff auf alles

Abgefangen werden kann mittels solcher Technologie beinahe alles, wofür man ein Smartphone benutzen kann: Telefongespräche, Textnachrichten, Inhalte von Social-Media-Apps, aber auch Bilder und Videos sowie GPS-Daten, die verraten, wo sich das Handy gerade aufhält.

Für Personen, deren Smartphone mit einer solchen Stalkerware infiziert worden ist, ist es meist äusserst schwierig, dies zu entdecken. Denn eindeutige Hinweise wie eine Pop-Up-Nachricht oder eine installierte App gibt es nicht. Meist fällt laut Chebyshev den Betroffenen nur ein angestiegener Datenverbrauch oder eine schneller geleerte Batterie auf. An Spyware denken dabei aber die meisten nicht sofort.

Zumindest bei Android-Phones ist es möglich, eine Antivirus-Software laufen zu lassen, die allfällige Stalkerware entdecken kann. Bei iPhones hilft meistens schon ein Software-Update. Wer auf seinem Gerät tatsächlich eine solche Stalkerware entdeckt, sollte diese aber nicht umgehend löschen, da der Täter oder die Täterin so auf die Entdeckung aufmerksam gemacht wird. Viel eher sollte man sicher stellen, dass man sich in einer sicheren Situation befindet und falls nötig auch bei einer Notruf-Stelle Hilfe suchen, bevor die Malware entfernt wird.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Stalking betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Elternberatung, Tel. 058 261 61 61

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