Schienenverkehr: Doppelt so viele Unfälle in Schweizer Bahnhöfen

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SchienenverkehrDoppelt so viele Unfälle in Schweizer Bahnhöfen

2016 ist die Anzahl der Suizide in den Bahnhöfen gesunken. Dennoch sind die Unfälle rapide angestiegen. Grund sind die vermehrt unachtsamen Zugpassagiere.

von
foa
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Bahnarbeiter heben einen Teil des verunfallten Baustellenfahrzeug von den Geleisen. (7. Februar 2017)

Bahnarbeiter heben einen Teil des verunfallten Baustellenfahrzeug von den Geleisen. (7. Februar 2017)

Keystone/Pascal Bloch
Weshalb der  so genannte Dumper auf die Schienen geriet, wird zurzeit untersucht. (7. Februar 2017)

Weshalb der so genannte Dumper auf die Schienen geriet, wird zurzeit untersucht. (7. Februar 2017)

Keystone/Pascal Bloch
Auf einer anderen Aufnahme ist ein zweiter Teil des Dumpers weiter hinten erkennbar.  (7. Februar 2017)

Auf einer anderen Aufnahme ist ein zweiter Teil des Dumpers weiter hinten erkennbar. (7. Februar 2017)

Keystone/Pascal Bloch

Im vergangenen Jahr ist es zu 27 Unfällen gekommen, bei denen Personen von Zügen an- oder überfahren wurden. Das sind doppelt so viele als noch ein Jahr zuvor (14). Der langjährige Vergleich macht den Anstieg noch bemerkenswerter: In den letzten fünf Jahren wies die Statistik des Berichtes über die Sicherheit im öffentlichen Verkehr durchschnittlich jeweils 19 Fälle aus.

Der sprunghafte Anstieg dieser Vorfälle erstaunt, denn 2016 verzeichnete das BAV insgesamt weniger Personenunfälle als in den vergangenen fünf Jahren. Wie Recherchen der «SonntagsZeitung» zeigen gehen nun Sicherheitsexperten des Bundes dem markanten Anstieg auf den Grund: «Bisher haben wir festgestellt, dass sich die Unfälle weder auf einen Anbieter noch auf eine Region beschränken», sagt BAV-Sprecher Gregor Saladin.

Fahrlässigkeit der Passagiere

Allerdings liessen sich Häufungen in den Bahnhöfen eruieren. So kam es oft zu den Unfällen, weil Personen mutwillig die Schienen querten, weil Menschen auf die Gleise stürzten oder sich zu nahe am Rand des Bahnsteigs aufhielten. Diese Feststellungen decken sich mit den Beobachtungen der Bahnbetreiber. «Es ist beängstigend, wie oft sich die Leute um die weissen Sicherheitslinien auf dem Perron foutieren», sagt etwa Ursel Kälin, Sprecherin der Schweizerischen Südostbahn (SOB).

Helene Soltermann vom Berner Verkehrsunternehmen BLS sagt gegen über der «SonntagsZeitung», dass besonders Jugendliche nach dem Ausgang oft unachtsam seien. Die SBB schicken zur Prävention jedes Jahr den sogenannten Schul- und Erlebniszug auf Tournee.

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