Aktualisiert 26.07.2011 21:34

Zeitgleiche Weltmeister

Doppelter Gold-Coup der Franzosen

Verrückte Welt in Schanghai: Noch nie gewann Frankreich bisher bei den Männern einen Weltmeistertitel im Schwimmen. Doch nun gabs plötzlich durch Camille Lacourt und Jérémy Stravius zwei auf einen Schlag.

Camille Lacourt (l.) und Jeremy Stravius gewannen zeitgleich den Weltmeistertitel über 100 Meter Rücken.

Camille Lacourt (l.) und Jeremy Stravius gewannen zeitgleich den Weltmeistertitel über 100 Meter Rücken.

Camille Lacourt und Jérémy Stravius sorgten am dritten Finalabend an der WM in Schanghai für das aus französischer Sicht perfekte Resultat. Die zwei Rückenspezialisten gewannen in 52,76 zeitgleich die Goldmedaille über 100 m.

Noch unglaublicher macht den Gold-Coup von Lacourt und Stravius, dass Frankreich zuvor seit der Einführung von Schwimm-Weltmeisterschaften im Jahr 1973 noch nie einen Weltmeister bei den Männern gestellt hat und nun auf einen Schlag gleich deren zwei hat.

«Es war seit WM-Beginn nicht einfach, denn ich hatte nicht das Niveau von letztem Jahr», erklärte Lacourt. In Budapest hatte der 26-Jährige aus Marseille über alle drei Rücken-Distanzen triumphiert, über 100 m vor dem jetzigen Ex-aequo-Sieger Stravius. Damit fand sich Lacourt auch in Schanghai in der Favoritenrolle wider. «Dass ich die 'Marseillaise' mit Jérémy teilen muss, bedeutet für mich doppelte Freude.» Auch der drei Jahre jüngere Stravius, der nach einer Bahnlänge noch zurückgelegen war, strich das gute Verhältnis mit seinem Landsmann heraus: «Das ist wirklich schön. Wir haben beide grossen Respekt füreinander.»

Zweites Gold für China

24 Stunden nach dem Premierensieg der 15-jährigen Ye Shiwen gab es für den Gastgeber die zweite WM-Goldmedaille. Zhao Jing triumphierte über 100 m Rücken mit einem Hundertstel Vorsprung vor der Russin Anastasia Sujewa. Auch Natalie Coughlin, 2004 und 2008 Olympiasiegerin und 2007 Weltmeisterin über diese Strecke, lag als Dritte nur einen Zehntel zurück.

Über 100 m Brust verteidigte Rebecca Soni ihren Titel vor der australischen Olympiasiegerin (und siebenfachen Weltmeisterin) Leisel Jones. Über 1500 m Crawl setzte sich die Dänin Lotte Friis überlegen mit über sechs Sekunden Vorsprung vor der Weltrekordhalterin Kate Ziegler durch. Die Nordländerin hatte vor zwei Jahren in Rom schon über 800 m triumphiert. (si)

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