Popförderung: Doppeltes Glück für Basler Metal-Musiker

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PopförderungDoppeltes Glück für Basler Metal-Musiker

Frederyk Rotter könnte bei der Verleihung des Basler Pop-Preises gleich doppelt abräumen: Er gewinnt den Business Support für sein Label und ist mit seiner Band Zatokrev nominiert.

von
lha

Bleeding Island heisst der neuste Kracher von Zatokrev ab dem aktuellen Album Silk Spiders Underwater, für den die Basler in der einschlägigen Presse viel Applaus bekamen. (Video: Zatokrev)

Rotter muss man Kennern der Metalszene kaum mehr vorstellen, zumindest sicher nicht in der Schweiz. Und auch in Europa ist der Basler schon viel herumgekommen. Im Genre des Doom-Core-Metal ist er eine Szenegrösse. Daneben ist der Frontmann der Band Zatokrev aber auch Geschäftsmann. Seit neun Jahren führt er das Label Czar of Crickets. Am Basler Pop-Preis, der am 11. November vergeben wird, könnte er gleich doppelt abräumen.

Für sein Label erhält er den diesjährigen Business Support des Basler Popförderungs- und Musiknetzwerks RFV. Der mit 12'000 Franken dotierte Preis für Musik-KMU aus der Region Basel wird seit 2009 verliehen. Erstmals kommt dieses Jahr ein Label aus dem Metal-Bereich zum Zug, wobei Rotters Bandkatalog stilistisch breit gefächert ist. Die Fachjury lobte vor allem seinen «ungebrochenen Idealismus» und die «hartnäckige Arbeit im internationel Rock- und Metal-Nischenmarkt».

Bei Czar of Crickets sind diverse Basler Grössen wie Gurd, Unhold oder die legendären Baselbieter Trash-Metaller Poltergeist zuhause. Aber auch stillere Bands wie Serafyn, die ebenfalls für den Pop-Preis nominiert sind, oder Glauco Ceccarelli hat Rotter unter seinen Fittichen. Mit der eigenen Band steht er allerdings beim britischen Label Candlelight Records unter Vertrag.

Bis aufs Blut und ohne Plan B

Dass Zatokrev auf der Shortlist des Basler Pop Preis landete überraschte Rotter, schliesslich ist der schwere Doom-Metal doch nicht im entferntesten mit dem Mainstream kompatibel. «Wir haben uns über die Nominierung sehr gefreut», sagt er. Obwohl er musikalisch eine Nische bedient, ist er darin nicht gefangen. «Wir denken nicht in Sparten und versuchen Musik immer als Ganzes zu betrachten. Umso mehr hat uns die Offenheit des RFV gefreut.»

Rotter lebt seit Jahren ganz von der Musik. «Mit 32 entschied ich mich, alles hinter mir zu lassen, Job und Wohnung zu künden und auf Akustik-Tour zu gehen. Da war der Zug für Plan B abgefahren», erzählt er. «Ja, es ist verdammt schwierig und ich lebe auf kleinem Fuss.» Nicht umsonst heisst seine Band Zatokrev. Der tschechische Name bedeutet auf gut Deutsch «bis aufs Blut.» Umso wichtiger ist die Anerkennung, die der 37-Jährige mit dem Business Support und der Pop Preis-Nomination bekommt: «Als Idealist bleibt da nur wenig für mich hängen. Es hilft mir aber weiter zu wachsen und meine Infrastruktur auszubauen.»

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