Aktualisiert 21.01.2016 07:53

«Mit 80 km/h über Rot»

Dorf warnt Schüler vor WEF-Konvois

Die Schulgemeinde Küblis im Prättigau mahnt in einem Brief zur Vorsicht wegen der WEF-Konvois. Diese können aus Sicherheitsgründen etwa nicht bei Rot anhalten.

von
mlü

«Es muss mit grösserem Verkehrsaufkommen und Diplomatenfahrzeugen gerechnet werden, welche die Verkehrsregeln nicht zwingend befolgen müssen», schreibt die Schulgemeinde Küblis GR in einem Brief an die Eltern der Kindergärtner.

Laut Ivo Zweifel, Schulleiter der Schulgemeinde Küblis, wird den Eltern der Kindergärtler deshalb empfohlen, sie in dieser Zeit zur Schule und vor allem über die Hauptstrassen zu begleiten. Die älteren Schüler seien mündlich erinnert worden, dass sie besonders vorsichtig sein sollten.

Mit 80 Kilometer pro Stunde über Rot

Dass diese Warnung durchaus berechtigt ist, zeigen Beobachtungen von Anwohnern. «Am Mittwoch fuhr eine schwarze Limousine mit geschätzten 80 km/h über die rote Ampel und beachtete den Fussgängerstreifen überhaupt nicht», sagt die dreifache Mutter Ruth Vetsch (35) aus Küblis. «Wenn einer mit 50 durchs Dorf fährt, wird er von den Limousinen überholt», sagt Vetsch.

Bei der WEF-Pressestelle hiess es, die Konvois seien Sache der Kantonspolizei. Laut der Kantonspolizei Graubünden müssen sich die WEF-Limousinen an die Verkehrsregeln halten. «Sollte ein WEF-Chauffeur gegen die Verkehrsregeln verstossen, wird er wie jeder andere Verkehrsteilnehmer gebüsst», sagt Polizeisprecherin Anita Senti. Allerdings dürfe ein Konvoi aus Sicherheitsgründen nicht auseinandergerissen werden. «Zur Kennzeichnung hat das erste Fahrzeug im Konvoi stets ein oranges Blicklicht», so Senti. Normalerweise halte dies Fahrzeug, wenn Ampeln auf rot sind. «Es kann aber vorkommen, dass die Ampel bis zum letzten Fahrzeug schon wieder auf rot gewechselt habe», sagt Senti. Dann müssten die Autos über rot fahren.

Lösung kommt diesen Frühling

Schulleiter Zweifel betont, dass der Brief eine reine Vorsichtsmassnahme sei. «Zum Glück ist es noch nie zu einem Zwischenfall im Rahmen des WEFs gekommen», sagt Zweifel.

Für Polizeisprecherin Senti ist das Versenden dieses Briefes sehr vorsorglich. «Wenn es das Wetter wieder erlaubt, fliegen die meisten Gäste mit dem Helikopter nach Davos», sagt Senti. In diesem Fall seien dann wieder weniger Konvois auf den Strassen unterwegs.

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