Safien GR: Dorfberühmtheit Cyrill wurde von Jäger erschossen

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Safien GRDorfberühmtheit Cyrill wurde von Jäger erschossen

Gamsbock Cyrill war eine lokale Bekanntheit in Thalkirch im Safiental GR. Das Tier hielt sich oft in der Nähe von Wanderern auf. Diese Zutraulichkeit wurde ihm nun aber zum Verhängnis. Er wurde von einem Jäger erlegt.

von
Adriel Monostori
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Dieser Gamsbock aus Thalkirch GR war eine lokale Berühmtheit.

Dieser Gamsbock aus Thalkirch GR war eine lokale Berühmtheit.

Privat
Cyrill konnte man stets auf der Wiese in der Nähe der Kirche antreffen.

Cyrill konnte man stets auf der Wiese in der Nähe der Kirche antreffen.

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Kürzlich wurde das Tier aber von einem Jäger erlegt.

Kürzlich wurde das Tier aber von einem Jäger erlegt.

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Darum gehts

  • Ein Gamsbock in Thalkirch GR war im Dorf sehr beliebt.
  • Er wurde von Anwohnern Cyrill getauft.
  • Er galt als sehr zutraulich und zahm.
  • Nun wurde er von einem auswärtigen Jäger erlegt.

«Den kennt doch jeder», meint eine Mitarbeiterin des Gasslihofs in Thalkirch GR. Gemeint ist Gamsbock Cyrill. Das Tier sei jeweils nahe dem Dorfrand auf der Wiese der reformierten Kirche anzutreffen gewesen. Durch seinen hohen Bekanntheitsgrad ist die Trauer im Dorf nun entsprechend gross. Cyrill wurde nämlich vor gut einer Woche von einem auswärtigen Jäger erlegt, wie die «Südostschweiz» am Dienstag berichtet.

In der «Ruinaulta» äussert ein Leserbriefschreiber und Dorfbewohner seinen Frust. Der Abschuss sei gemäss Bündner Jagdgesetz wohl erlaubt gewesen, er findet daran jedoch «nichts Schlaues oder wirklich Vertretbares». Und er sei froh, dass «von den Safier Jägern quasi unisono zu hören sei, dass jeder von ihnen dieses spezielle und stolze Tier verschont hätte oder konkret hat.»

«Die Jagd war zu einfach und zu kopflos»

Auch Anwohner Marcel Coulin (68) erinnert sich gern an den Gamsbock. Es sei immer ein schöner Anblick gewesen. «Es schien, als hätte er sich schon an die Zivilisation gewöhnt», so der Wirt des Gäste- und Ferienhauses Wanna.

Für Paul Gartmann, Wildhüter im Jagdbezirk-Heinzenberg, war der Abschuss grundsätzlich gerechtfertigt. «Der Jäger hat nicht gegen das Jagdgesetz verstossen; es war ein dummer Zufall, dass dieser zutrauliche Gamsbock gerade jagdbar war.» Zudem habe es sich bei Cyrill ja nicht um ein Haustier gehandelt. Der Jäger habe wohl gar nicht gewusst, dass ebendieses Tier eine Geschichte habe.

Ein einheimischer Jäger hingegen kritisiert den Abschuss scharf. «Die Jagd ist zwar im Rahmen des Jagdgesetzes verlaufen, der Jäger hat aber nicht gross studiert», bemängelt er. Auch er habe Cyrill gekannt und hätte ihn bestimmt nicht erlegt. «Wenn man mit Respekt jagt, dann kommt man nicht auf so kopflose Ideen», meint er. Auch wenn es vom Gesetz her erlaubt wäre, stelle sich hier die Frage, ob es mit der Jagdethik verträglich sei. Für ihn habe es sich der auswärtige Jäger einfach leicht gemacht und ein zutrauliches Tier geschossen.

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