Tschuggen VS: Dorfladen bedient nicht alle Kunden
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Tschuggen VSDorfladen bedient nicht alle Kunden

Wer nichts zur Gemeinschaft beiträgt, bekommt im Dorflädeli in Tschuggen VS auch nichts zu essen. Die Chalet-Gäste sind empört.

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Das Lädeli im Feriendorf Tschuggen verkauft nur an Gäste, die in einem Chalet wohnen, dessen Besitzer einen jährlichen Beitrag an die Gemeinschaft bezahlt.

Das Lädeli im Feriendorf Tschuggen verkauft nur an Gäste, die in einem Chalet wohnen, dessen Besitzer einen jährlichen Beitrag an die Gemeinschaft bezahlt.

Kein Anbieter/Fedo-tschuggen.ch

Im Feriendorf Tschuggen in Blatten bei Naters VS stehen 100 Chalets. Für die Gäste gibt es im Ort ein einziges Lädeli, das mit einem kleinen Angebot an Lebensmitteln für das Nötigste sorgt. Doch nicht jeder darf dort einkaufen. Nur wer in einem Chalet wohnt, dessen Besitzer ein aktives Mitglied der Feriendorf Tschuggen AG ist, wird bedient.

Bezahlt der Besitzer hingegen keinen jährlich Beitrag für die allgemeinen Unkosten des Siedlungsgebietes, wird einem der Kauf verwehrt. Diese Praxis verärgert laut dem «Walliser Boten» die Gäste in Tschuggen.

Aktion gegen Trittbrettfahrer

Jean-Marie Schmid, Vizepräsident des Verwaltungsrates, hat zwar Verständnis für den Frust der Touristen. Der Gast sei die zentrale Figur, sagt er.

Doch das Ziel dieses Vorgehens sei nicht Schikane, sondern es gehe darum, ein Zeichen gegenüber Trittbrettfahrern zu setzen. Sich nicht um die Gemeinschaft zu scheren, aber dann doch profitieren zu wollen – das sei nicht in Ordnung.

«Kein Gratisdienst je nach Laune»

Das Tante-Emma-Lädeli rentiert kaum. Doch es zu subventionieren, kommt laut dem letzten Feriendorf-Newsletter für niemanden in Frage. Wenn nun die Aktionäre mit ihren Beiträgen das Angebot aufrechterhielten, stehe ihnen auch ein Vorteil zu, so Schmid. Der Laden gehöre zum örtlichen «Service public».

Und auch im Newsletter vom Dezember wird deutlich gesagt, was Sache ist: Der Einkaufsladen vor Ort «ist offen für alle, aber nicht als Gratisdienst je nach Laune, auf Kosten einer beitragszahlenden Aktionärs-Mehrheit».

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