Doris Leuthard in der Mega-City

Aktualisiert

Doris Leuthard in der Mega-City

Zum Auftakt einer viertägigen Reise in Mexiko besucht Bundesrätin Doris Leuthard die Hauptstadt des lateinamerikanischen Landes. Mexiko-Stadt auf 2200 Meter über Meer gelegen ist nach Tokio die zweitgrösste Stadt der Welt.

Selbst aus dem Flugzeugfenster lässt sich das ganze Ausmass der Mega-City nicht erblicken: Ihre Lichter funkeln so weit das Auge reicht. Die Fläche des Ungetüms umfasst über 1500 Quadratkilometer - 10 Mal so gross wie Liechtenstein.

Um Mitternacht ist der Verkehr immer noch dicht. Der Taxifahrer schliesst alle Türen ab. Ununterbrochen sind Polizeiautos mit Sirenengeheul unterwegs.

Vollgestopfte Strassen

Mexiko-Stadt - obwohl lärmig, verschmutzt und in einer vom Vulkan Popocatépetl überragenen Erdbeben-reichen Zone gelegen - zieht jeden Monat zehntausende Neuankömmlinge an. Die Stadt wuchert, ständig entstehen neue Quartiere.

Fast 24 Millionen Menschen - das Dreifache der Schweizer Bevölkerung - leben in der Agglomeration. Und es macht den Anschein, als hätten sich alle am Samstagmorgen im Stadtzentrum verabredet.

Eine Ansammlung von fünfzig Menschen verhindert auf dem Trottoir jedes Durchkommen - gewöhnlicher Auflauf, ausufernde Warteschlange oder Kundgebung? Nein, sie lauern nur auf das grüne Licht an der Kreuzung, um dicht gedrängt die Strasse queren zu können.

Dort wo sich die Strassen Richtung Hauptplatz «Zócalo» verengen, überlagern die Anordnungen der Polizisten die in Betrieb stehenden Ampeln: Ihr Pfeifkonzert verbreitet die Ambiance eines Fussballstadions während eines grossen Spiels.

Die Automobilisten insistieren mit dröhnendem, aber nutzlosem Gehupe. Das scheinbare Chaos ist im Fluss: Der Fussgängermasse gelingt es, sich durch das Gewusel von Autos, rostigen Minibussen und den typischen apfel-grünen Käfer-Taxis hindurch zu schlängeln.

«Swiss» Made

Entlang der Trottoirs ist jeder zweiter Laden eine «Joyaria», eine Kitsch-Boutique, wo sich Halsketten, Armreifen und Ringe stapeln; ein Stück goldiger als das andere. Eine funkelnde Auslage zieht den Blick auf sich: auf metallisierten Plaketten stehen in goldenen Lettern die Namen grosser Schweizer Uhrenmarken - ganz im Kontrast mit dem kleinen und dichtgedrängten Laden.

Etwas weiter in den Armenvierteln gruppieren sich in den Strassen unzählige Stände mit Ramschwaren. Lautsprecher verkünden die Produkte für jene Passanten, die die instabilen Riesenhaufen an fluoreszierenden T-Shirts, Plastikblumen oder Schuhen noch nicht erblickt haben könnten.

Im Westen des historischen Zentrums zieht die «Zona Rosa» die Massen an. Tagsüber ein Viertel für Boutiquen, machen diese in der Nacht spezifischeren Angeboten platz: Dancings mit feuerroten Türen, Bars aller Gattungen und Trendlokale sowie Clubs für die Schickeria. Allerdings passiert man kaum einen Häuserblock, ohne dass ein paar Polizisten herumstehen.

Für den rein finanziellen Austausch: An der Paseo Reforma reihen sich Wolkenkratzer, schicke Hotels und Big Business aneinander; hier nächtigt Volkswirtschaftsministerin Leuthard und die Schweizer Wirtschaftsdelegation. Von hier aus bricht die Bundesrätin auf, um mehrere mexikanische Minister zu treffen. (sda)

Deine Meinung