Bienen in Schwarmlaune: «Dort, wo sonst blauer Himmel zu sehen ist, war alles voller Bienen»

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Bienen in Schwarmlaune«Dort, wo sonst blauer Himmel zu sehen ist, war alles voller Bienen»

Bei der kantonalen Notrufzentrale Thurgau häufen sich Meldungen über Bienenschwärme. Bienenvölker seien nämlich zurzeit in Schwarmlaune und suchen sich ein neues Zuhause. Ein Bieneninspektor erklärt, worauf man achten soll, wenn man einem Schwarm begegnet. 

von
Marion Alder
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Dieser Bienenschwarm liess sich letzten Mittwoch in einem Garten in Wigoltingen TG nieder. 

Dieser Bienenschwarm liess sich letzten Mittwoch in einem Garten in Wigoltingen TG nieder. 

Kantonspolizei Thurgau 
«Dort, wo sonst blauer Himmel zu sehen ist, war alles voller Bienen», sagt der Hausbesitzer. 

«Dort, wo sonst blauer Himmel zu sehen ist, war alles voller Bienen», sagt der Hausbesitzer. 

Sonja De-Nardi
Eine ähnliche Situation hat eine Rorschacherin erlebt: «Ich habe ein lautes Summen von draussen gehört, habe nachgeschaut und konnte meinen Augen kaum trauen.»

Eine ähnliche Situation hat eine Rorschacherin erlebt: «Ich habe ein lautes Summen von draussen gehört, habe nachgeschaut und konnte meinen Augen kaum trauen.»

Sonja De-Nardi

Darum gehts 

  • Bei der Kantonspolizei Thurgau sind schon zahlreiche Meldungen über Bienenschwärme eingegangen.

  • Zwischen Mai und Juni seien Bienenvölker in Schwarmlaune und suchen sich ein neues Zuhause.

  • Falls man einen Bienenschwarm entdeckt, soll man ruhig bleiben und Abstand halten. 

Ein Bienenschwarm liess sich vergangenen Mittwochmittag in einem Garten in Wigoltingen TG nieder. «Dort, wo sonst blauer Himmel zu sehen ist, war alles voller Bienen», sagt der Hausbesitzer zu 20 Minuten. Es sei sehr eindrücklich gewesen. Zuerst hätten sie die Situation einfach beobachtet. Doch der Bienenschwarm sei am nächsten Tag immer noch dort gewesen. «Wir haben dann einen Imker verständigt, der die Insekten abgeholt hat.» 

Polizei erhält zahlreiche Meldungen 

Wie die Kantonspolizei Thurgau informiert, hat sie dieses Jahr schon rund dreissig Meldungen über Bienenschwärme erhalten. «Ende April, anfangs Mai fängt es an und dann häufen sich die Meldungen jeweils plötzlich», sagt Polizeisprecher Michael Roth. Die Polizei nimmt die Meldungen auf und informiert einen kantonalen Bieneninspektor oder direkt einen Imker, der, wenn nötig, vor Ort geht.

Eine ähnliche Situation hat eine Rorschacherin letzte Woche am Dienstagvormittag erlebt. «Ich habe ein lautes Summen von draussen gehört, habe nachgeschaut und konnte meinen Augen kaum trauen», sagt Sonja De-Nardi gegenüber 20 Minuten. Ein riesiger Bienenschwarm habe sich vor ihrem Fenster an einem Baumstamm versammelt. Sie habe dann alle Fenster geschlossen und abgewartet. «Es war sehr interessant zu beobachten», so De-Nardi. Nach ungefähr einer Stunde sei der ganze Schwarm dann wieder weitergezogen. 

Bienenvölkerwanderung

Die Bienenvölker sind zwischen Mai und Mitte Juni in Schwarmlaune, wie Bieneninspektor Daniel Baumann erklärt. Diese finde in der Regel um die Mittagszeit bei mindestens zwanzig Grad statt. «Bevor eine neue Bienenkönigin schlüpft, verlässt die alte Königin mit einem Teil der Bienen ihren Stock», so Baumann.

Der Schwarm sei dann auf der Suche nach einem neuen Zuhause und mache üblicherweise in der näheren Umgebung einen Zwischenhalt. «Die Kundschafterinnen schauen dann, wo sie sich endgültig niederlassen können.» Das Volk fliege oft nach ein paar Stunden, manchmal nach einem halben Tag, zum endgültigen Platz. 

Inneres GPS wird gelöscht

Falls man bei sich im Garten einen Bienenschwarm entdeckt, soll man ruhig bleiben und Abstand halten. Falls man einen Schwarm auf einem öffentlichen Weg begegnet, soll man dies, wenn möglich, kennzeichnen. Dann könne man sich telefonisch an einen Imker in der Umgebung wenden, das kantonale Bieneninspektorat informieren oder sich an die kantonale Notrufzentrale wenden. 

Laut Baumann werden die Bienen dann eingefangen und kommen in eine sogenannte Schwarmkiste. Dort verbringen sie drei Nächte in einem kühlen Keller. «Die Bienen werden dadurch ruhiger und ihr inneres GPS wird gelöscht», sagt er. So kann man sie anschliessend in eine neue Bienenbehausung bringen. «Würde man den Schwarm direkt in eine neue Bienenbehausung bringen, würden sie sich direkt wieder zum alten Ort zurückbegeben», so Baumann.  

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