Champions League: Dortmund schlägt Napoli - Barça verliert bei Ajax

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Champions LeagueDortmund schlägt Napoli - Barça verliert bei Ajax

Borussia Dortmund zieht dank einem 3:1 über Napoli vorerst den Kopf aus der Schlinge. Arsenal gibt sich gegen Marseille keine Blösse, Barcelona kommt in Amsterdam unter die Räder.

Nach knapp einer Stunde hatte sich Entscheidendes im Signal Iduna Park ereignet. BVB-Keeper Roman Weidenfeller rettete mirakulös gegen den alleine vor ihm aufgetauchten Gonzalo Higuain, und praktisch im Gegenzug schloss Jakub «Kuba» Blaszczykowski kaltblütig einen Konter zum 2:0 ab. Der Pole schob das Leder Goalie Pepe Reina zwischen dessen Beinen hindurch. Die Erleichterung bei den Dortmundern war grenzenlos. Endlich demonstrierte in der Person von Blaszczykowski wieder einmal einer aus ihren Reihen Effizienz. Sie mussten bis zu diesem Zeitpunkt arg leiden, auch weil der potenzielle Goalgetter Robert Lewandowski wie am Samstag gegen Bayern München hochkarätige Chancen vergab.

Napoli schaffte nur noch den Anschlusstreffer in der 71. Minute durch den eingewechselten Insigne. Das 1:2 war durch eine Balleroberung von Valon Behrami eingeleitet worden. Kurz darauf machte auf der Gegenseite «Joker» Aubameyang mit einem Chip den Sack zu.

In der Summe hielt also Dortmund dem Druck nach drei verlorenen Pflichtspielen in Serie stand. Die Gelb-Schwarzen hatten einen Auftakt nach Mass erwischt. Bei der ersten Strafraum-Aktion der Partie erhielten sie vom eher strengen spanischen Schiedsrichter Velasco Carballo einen Foulpenalty zugesprochen, nachdem Lewandowski bei einem Corner von Fernandez umklammert worden war. Marco Reus verwertete den Strafstoss souverän.

Fehlender «Respekt»

Die Gäste aus Süditalien benötigten 20 Minuten Anlaufzeit, um in den Rhythmus zu finden. Ihre Taktik, sich einzuigeln und auf Konter zu lauern, mussten sie nach dem frühen Gegentreffer aufgeben. Die beiden Schweizer Behrami und Blerim Dzemaili, die im Zentrum agierten, konnten sich nicht mehr darauf beschränken, primär nach hinten abzuriegeln (Nati-Captain Gökhan Inler sass zunächst nur auf der Bank). Nach rund einer halben Stunde kam Jose Callejon dem Ausgleich sehr nahe, als er seinen Schuss aus spitzem Winkel am entfernten Pfosten abprallen sah.

Unter dem Strich gelang es dem zuletzt schwächelnden Napoli zu selten, die Dortmunder «Not-Abwehr» zu torpedieren. Die grossen personellen Probleme in der Defensive zwangen nämlich BVB-Trainer Jürgen Klopp zum Improvisieren. «Kloppo» entschied sich dafür, den «Sechser» Sven Bender neben Sokratis in die Innenverteidigung zu stellen und im defensiven Mittelfeld auf Captain Sebastian Kehl zu setzen, der zuletzt rund zehn Wochen pausieren musste. Am Schluss ging die Rechnung auf.

Bender sorgte für die kurioseste Geschichte des Abends. Schon früh bestand bei ihm der Verdacht auf einen Nasenbeinbruch. Immer wieder musste er sich an der Seitenlinie behandeln und Blut abwischen lassen. Nachdem auch sein zweites Trikot mit roten Flecken beschmutzt war und die Unparteiischen dies beanstandeten, wollte ein Dortmunder Staff-Mitglied sich ein weiteres Shirt von Bender im Fan-Shop besorgen. Dies war aber angeblich nicht UEFA-konform, weil der Schriftzug «Respekt» fehlte. Nichtsdestotrotz: Bender durfte die Partie auf dem Rasen beenden.

Vor dem letzten Spieltag präsentiert sich die Ausgangslage in der Hammer-Gruppe F hoch spannend. Es könnte das Szenario eintreffen, dass am Ende drei Teams mit zwölf Punkten dastehen - dann nämlich, wenn am 11. Dezember Dortmund (in Marseille) und Napoli (daheim gegen Arsenal) Siege einfahren.

Arsenals Schnellstart

Im Emirates Stadium waren erst zirka 30 Sekunden gespielt, da hatten sich die favorisierten Gastgeber bereits einen Vorteil auf dem Scoreboard erarbeitet. Arsenals Jack Wilshere schlenzte den Ball nach einem Rush über die rechte Seite mit links ins Netz. Der gleiche Spieler war es, der in der 65. Minute mit dem 2:0 sämtliche Zweifel über den Sieger ausräumte. Es war nur ein kleiner Schönheitsfehler, dass Mesut Özil mit einem Penalty scheiterte.

Ajax überrascht Barça und fordert Milan

In der Gruppe H kommt es am letzten Spieltag zum Final zwischen Milan und Ajax Amsterdam um den zweiten Achtelfinal-Platz neben dem FC Barcelona.

Die Holländer müssen am 11. Dezember gewinnen, um noch an den Mailändern vorbeizuziehen. Dass sie zu Höhenflügen in der Lage sind, bewiesen sie gegen den FC Barcelona. Sie setzten sich gegen die in dieser Saison unter dem neuen Coach Gerardo Martino bis gestern noch ungeschlagenen Katalanen 2:1 durch.

Ajax dominierte die Gäste aus Spanien in der ersten Halbzeit bemerkenswert deutlich. In der 19. Minute schoss der Südafrikaner Thulani Serero das 1:0. Drei Minuten vor der Pause erhöhte der holländische U21-Internationale Danny Hoesen verdient auf 2:0. Die Spanier, die auf einige wichtige Spieler verzichten mussten, darunter auf Lionel Messi, fanden in der ersten Halbzeit überhaupt nicht ins Spiel. Nur während 49 Prozent der Zeit hatte Barça den Ball in seinen Reihen - ein lächerlicher Wert für die Tiki-Taka-Künstler. Nach dem Seitenwechsel folgte der Umschwung. In der 49. Minute sah Ajax' Joel Veltman nach einer Notbremse an Neymar die Rote Karte. Xavi schoss vom Penaltypunkt seinen 13. Treffer im 158. Europacup-Spiel. Am Ende hatte Barcelona, das zuvor in 20 Saisonspiel zu 16 Siegen und 4 Remis gekommen war, 59 Prozent Ballbesitz herausgespielt, aber keinen zweiten Treffer.

Die AC Milan kam im Celtic Park zu einem deutlichen 3:0-Sieg. Dank zwei Eckbällen gingen die Gäste 2:0 in Führung. Nach einer knappen Viertelstunde kam der Brasilianer Kaká im Fünfmeterraum völlig freistehend zum Kopfball. Vier Minuten nach der Pause war es der Kolumbianer Cristian Zapata, der für die in der Serie A nur auf 13. Position geführten Italiener traf. Der dritte Treffer ging auf das Konto des viel gescholtenen Mario Balotelli. Es war sein erster Treffer seit dem 22. September. Nach sieben sieglosen Partien kommt dieser Erfolg in Schottland für die Mailänder gerade recht. Eine Selbstverständlichkeit war er nicht: Celtic Glasgow verlor erst zum dritten Mal ein Heimspiel in der Champions-League-Gruppenphase.

Atlético gibt Punkte ab

Zenit St. Petersburg hat einen wichtigen Schritt Richtung Achtelfinals gemacht. Die Russen konnten als erste Mannschaft in der laufenden Champions-League-Saison einen Punkt gegen Atlético Madrid holen und profitierten von den überraschenden Punktverlusten des FC Porto. Dieser kam daheim gegen Austria Wien nicht über ein 1:1 hinaus. Die Österreicher gingen nach elf Minuten durch Roman Kienast in Führung. Dank dem ersten Treffer in der Champions-League-Gruppenphase nach 371 torlosen Minuten führte die Austria bis kurz nach der Pause. In der 48. Minute glich der Kolumbianer Jackson Martinez aus. Mehr sprang für die Gastgeber nicht heraus - trotz dem Schussverhältnis von 22:3.

Das Unentschieden dürfte zu wenig sein für den portugiesischen Champion, der weiterhin einen Punkt hinter Zenit St. Petersburg liegt. Die Russen können in zwei Wochen mit einem Erfolg in Wien die Achtelfinal-Qualifikation perfekt machen. Am Dienstagabend stoppten sie den Lauf von Atlético Madrid. Die bereits für die Achtelfinals qualifizierte Spanier, die auf diverse Stammspieler verzichteten, gingen in der 53. Minute durch Adrian Lopez in Führung und schienen in der russischen Metropole am fünften Spieltag Richtung fünfter Erfolg zu marschieren. Raúl Garcia verpasste kurz nach dem Führungstreffer bei einem Lattenschuss das 2:0 nur knapp.

Ein Flop von Goalie Thibaut Courtois brachte Zenit eine Viertelstunde vor Schluss aber noch das Remis ein. Der sonst zu den besten seines Fachs gehörende Belgier verschätzte sich bei einer von Landsmann Toby Alderweireld abgefälschten Flanke komplett.

Gruppe F:

Arsenal London - Olympique Marseille 2:0 (1:0)

Emirates Stadium.

- 60'000 Zuschauer. - SR Lahoz (Sp).

Tore: 1. Wilshere 1:0. 65. Wilshere 2:0.

Arsenal London: Szczesny; Sagna, Mertesacker, Koscielny, Monreal; Ramsey, Flamini; Wilshere (75. Walcott), Özil (81. Arteta), Rosicky (75. Cazorla); Giroud.

Bemerkungen: Arsenal London u.a. ohne Podolski, Oxlade-Chamberlain und Diaby (alle verletzt). 38. Marseille-Goalie Mandanda hält Foulpenalty von Özil.

Borussia Dortmund - Napoli 3:1 (1:0)

Signal Iduna Park. - 65'000 Zuschauer. - SR Velasco Carballo (Sp).

Tore: 10. Reus (Foulpenalty) 1:0. 60. Blaszczykowski 2:0. 71. Insigne 2:1. 78. Aubameyang 3:1.

Borussia Dortmund: Weidenfeller; Grosskreutz, Sven Bender, Sokratis, Durm; Sahin, Kehl; Blaszczykowski (69. Aubameyang), Mchitarjan, Reus (81. Piszczek); Lewandowski (89. Schieber).

Napoli: Reina; Maggio, Albiol, Fernandez, Armero; Behrami, Dzemaili (62. Inler); Callejon (66. Insigne), Pandev (76. Zapata), Mertens; Higuain.

Bemerkungen: Borussia Dortmund u.a. ohne Subotic, Hummels, Schmelzer, Gündogan (alle verletzt) und Manuel Friedrich (nicht einsatzberechtigt). Napoli u.a. ohne Hamsik und Zuniga (beide verletzt). 29. Pfostenschuss Callejon.

Gruppe G:

Zenit St. Petersburg - Atlético Madrid 1:1 (0:0)

Petrowski. - 19'000 Zuschauer. - SR Atkinson (Eng).

Tore: 53. Adrian Lopez 0:1. 74. Alderweireld (Eigentor) 1:1.

FC Porto - Austria Wien 1:1 (0:1)

Estadio do Dragão. - 25'000 Zuschauer. - SR Hategan (Rum).

Tore: 11. Kienast 0:1. 48. Martinez 1:1.

Gruppe H:

Ajax Amsterdam - FC Barcelona 2:1 (2:0) Amsterdam ArenA.

- 50'000 Zuschauer. - SR Kralovec (Tsch).

Tore: 19. Serero 1:0. 42. Hoesen 2:0. 49. Xavi (Foulpenalty) 2:1.

Barcelona: Pinto; Puyol (68. Gabarron), Mascherano, Piqué, Montoya; Xavi (74. Sergi Roberto), Song, Iniesta; Pedro, Fàbregas (82. Traoré), Neymar.

Bemerkungen: 48. Rote Karte gegen Veltman (Notbremse).

Celtic Glasgow - AC Milan 0:3 (0:1)

Celtic Park. - 60'000 Zuschauer. - SR Cakir (Tür).

Tore: 13. Kaká 0:1. 49. Zapata 0:2. 60. Balotelli 0:3.

Milan: Abbiati; Abate (48. Nocerino), Zapata, Bonera, Emanuelson; Montolivo, De Jong, Poli; Birsa (72. Constant), Kaká (80. Robinho); Balotelli. (si)

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