Bundesliga: Dortmund zwingt Bayern in die Knie
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BundesligaDortmund zwingt Bayern in die Knie

Der FC Bayern lässt Federn. Dank eines Treffers von Jahrhundert-Talent Mario Götze entführt der BVB alle drei Punkte aus München.

von
res
Die Entscheidung in München: Götze trifft zum 0:1, die Bayern am Boden.

Die Entscheidung in München: Götze trifft zum 0:1, die Bayern am Boden.

Die Bundesliga wird (noch) nicht zum Monolog des FC Bayern. In der 13. Runde unterlag der Leader zuhause Meister Dortmund 0:1. Damit rückte der Titelverteidiger bis auf zwei Punkte an Bayern heran. Auf gleicher Höhe wie Dortmund steht Lucien Favre mit Mönchengladbach.

Im letzten Februar hatte Borussia Dortmund dem FC Bayern in der Allianz Arena eine Lektion erteilt. Das 3:1 war das Meisterstück der jungen Equipe von Jürgen Klopp. Knapp neun Monate später wurde das Heimteam vom BVB zwar nicht noch einmal vorgeführt. Das Spiel stutzte den Bayern gleichsam die Flügel. Der Leader verpasste es, einen bereits beachtlichen Abstand von acht Punkten zum Titelverteidiger aufzubauen. Er erlitt im 13. Bundesliga-Spiel schon die dritte Niederlage.

Götze reagiert am schnellsten

Für die Entscheidung war das «Wunderkind» des deutschen Fussballs besorgt. In der 65. Minute setzte sich der 19-jährige Mario Götze im Strafraum gegen Jérôme Boateng durch und überwand Goalie Manuel Neuer in der nahen Ecke. Dass Götze bei der Ballkontrolle den Arm zu Hilfe nahm, war ein kleiner Schönheitsfehler, entscheidend war bei der Aktion jedoch, dass Boateng für einen Sekundenbruchteil die Übersicht verlor und nicht wusste, wo der Ball sich befand.

Das Tor passte zum Spitzenspiel. Es war kein schöner Treffer, sondern einer, der auf einer Regelwidrigkeit und einem Abwehrfehler basierte. Und auch die Partie war nicht hochklassig, aber sie war umkämpft und bis zur letzten Sekunden umstritten. «Das war richtig harte Arbeit!», sagte Dortmunds Trainer Klopp. «So muss man spielen, wenn man hier was holen will. Da reichen keine 95 Prozent.»

Die Bayern kamen während 90 Minuten nicht auf das Niveau, auf dem sie sich in den letzten Wochen zu vielen brillanten Siegen gespielt hatten. Dabei konnten sie diesmal sogar wieder auf Arjen Robben zurückgreifen, der nach sieben Wochen und nach einer Leistenoperation sein Comeback gab. Einfluss auf das Spiel hatte der Holländer indes wenig. Er war aber immerhin an einer der wenigen gefährlichen Aktionen beteiligt. Nach 30 Minuten legte er den Ball geschickt auf Frank Ribéry zurück, der über das Tor schoss. Es war die beste herausgespielte Chance der Bayern im ganzen Spiel.

Favres Gladbach in Torlaune

Lucien Favre kam beim 5:0 gegen Werder Bremen zu seinem höchsten Sieg als Bundesliga-Trainer. Im vergangenen April hatte der Romand mit Gladbach das Derby gegen den 1. FC Köln 5:1 gewonnen. Zuvor waren die «Fohlen» mit Werder Bremen punktgleich, doch auf dem Rasen waren die Norddeutschen mit Favres Team nie auf Augenhöhe. Mönchengladbach überrannte den Tabellennachbar richtiggehend. Fünf Tore wären schon zur Pause möglich gewesen.

Umjubelter Star des Nachmittags war Marco Reus, dem erstmals in seiner Karriere drei Tore in einem Bundesligaspiel gelangen. Sehenswert war das 2:0 des umworbenen Talents. Der 22-Jährige setzte zum Solo an und bezwang im abschliessenden Duell Werders Keeper Tim Wiese souverän. An diesem Tor berauschten sich nicht nur die Fans. Der Kommentator von «Sky» sprach von einem «Hauch von Messi im Borussia-Park».

Reus wird auch in den kommenden Wochen die Szene in Atem halten. Bereits jetzt gibt es Gerüchte, eine Einigung mit Bayern München sei bereits erzielt. Die Gladbacher dementieren dies vehement. «Reus fühlt sich total wohl hier. Ich denke, dass er noch länger bleiben wird», sagte Favre erst vor wenigen Tagen.

Heimsiege für Schalke und Wolfsburg

Auch Schalke 04 hält Kontakt zur Tabellenspitze. Die Gelsenkirchener fertigten den 1. FC Nürnberg mit 3:0 ab. Zwei Treffer gingen aufs Konto des Holländers Klaas Jan Huntelaar. Captain Raúl erzielte für die Schalker das zwischenzeitliche 2:0, Lewis Holtby das 4:0. Der VfL Wolfsburg bezwang Hannover mit 4:1. Hasan Salihamidzic steuerte zwei Tore zum fünften Saisonsieg der «Wölfe» bei.

Der SC Freiburg kommt im Heimspiel gegen Berlin zu einem hochverdienten 2:2. Neun Minuten vor Schluss erzielte Stefan Reisinger nach einem Corner das vermeintliche 2:2. Zum Unmut der Freiburger Fans wurde der Treffer allerdings annuliert, weil der Schiedsrichter Markus Wingenbach den Ball nicht freigegeben hatte. Doppeltes Pech für Freiburg, dass Reisingers abgefälschter Kopfball drei Minuten vor Abpfiff nur an die Latte sprang. In der Nachspielzeit (95.) wurden die Freiburger Offensivbemühungen aber doch noch belohnt: Reisinger, der bereits das 1:2 erzielt hatte, bewerkstelligte den Ausgleich.

Die Partie Köln - Mainz wurde 40 Minuten vor Spielbeginn abgesagt. Der für das Spiel angesetzte Schiedsrichter Babak Rafati hatte in einem Kölner Hotel versucht sich umzubringen.

Bundesliga, 13. Spieltag

Bayern München - Borussia Dortmund 0:1 (0:0). - 69'000 Zuschauer (ausverkauft).

Tor: 65. Götze 0:1.

Borussia Mönchengladbach - Werder Bremen 5:0 (3:0)

53'465 Zuschauer.

Tore: 16. Herrmann 1:0. 23. Reus 2:0. 38. Reus 3:0. 51. Reus 4:0. 53. Arango 5:0.

Bemerkung: 76. Gelb-Rote Karte gegen Sokratis (Werder) wegen wiederholten Foulspiels.

Schalke - Nürnberg 4:0 (2:0)

61'673 Zuschauer (ausverkauft).

Tore: 13. Huntelaar 1:0. 39. Raúl 2:0. 66. Huntelaar 3:0. 84. Holtby 4:0.

Bemerkung: Nürnberg mit Klose, ohne Bunjaku (nicht im Aufgebot).

Freiburg - Hertha Berlin 2:2 (0:2)

21'500 Zuschauer.

Tore: 20. Ramos 0:1. 45. Niemeyer 0:2. 61. Reisinger 1:2. 95. Reisinger 2:2. - Bemerkung: Freiburg mit Ferati (bis 53.), Hertha mit Lustenberger (ab 59.).

Wolfsburg - Hannover 4:1 (2:1).

30'000 Zuschauer (ausverkauft).

Tore: 22. Salihamidzic 1:0. 36. Salihamidzic 2:0. 43. Schulz 2:1. 56. Chris 3:1. 74. Madlung 4:1.

Bemerkungen: Wolfsburg mit Benaglio, Hannover ohne Eggimann (Ersatz). 58. Rote Karte gegen Ya Konan (Hannover) wegen einer Tätlichkeit.

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(res/si)

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