Aktualisiert 18.05.2008 15:34

Dosé erwägt Klage gegen den Bundesanwalt

Die früheren Crossair-Chefs Moritz Suter und Andre Dose haben nach ihrem Freispruch wegen des Jumbolino-Absturzes von Bassersdorf scharfe Kritik an Bundesanwalt Carlo Bulletti geübt.

Suter und Dose zeigten sich in Interviews des «Sonntags» und der «SonntagsZeitung» erleichtert über ihren Freispruch. Empört zeigten sie sich hingegen über eine Äusserung von Bulletti im «Blick» vom Samstag.

Der Bundesanwalt hatte gegenüber der Boulevardzeitung gesagt, dass das Management von den Mängeln des Unglückspiloten gewusst. Das Unglück von Bassersdorf wäre nicht passiert, wenn die «Herren Angeklagten» gehandelt hätten.

Dosé prangert Prozessmängel an

Suter bezeichnete die Äusserung im «Sonntag» als unglaublich. Sie grenze an Ehrverletzung und eine Missachtung des Gerichts, das in ebendiesen Punkten zu einem Freispruch gekommen sei. Er behalte sich rechtliche Schritte vor, habe aber noch nicht entschieden, sagte Suter.

Die beiden werfen Bundesanwalt Bulletti auch vor, dieser haben von Anfang einseitig ermittelt und ihre Parteirechte ignoriert. «Wir waren bei fast allen Zeugenbefragungen nicht dabei, zudem hatten wir zwei Jahre lang keine Akteneinsicht», so Dosé in der «SonntagsZeitung».

Und der Crossair-Gründer doppelt in «Sonntag» nach: «Der Staatsanwalt hat sich von Anfang an auf die These 'unfähiger Pilot' und 'Angstkultur' eingeschossen».

Kritik an Skyguide

Suter wie Dose orteten die Hauptursache des Absturzes vor allem darin, dass bei schlechten Wetterverhältnissen die Piste 28 des Flughafens Zürich-Kloten angeflogen worden sei. Zudem habe eine Mindestsichtweite von nur 2000 statt wie international schon damals üblich von 4000 Metern gegolten.

Die Piste sei noch nicht mit einem Instrumentenanflugsystem ausgerüstet gewesen. Die Piloten seien nicht über eine Wetterverschlechterung informiert worden, und die Flugsicherung sei personell nicht ausreichend besetzt gewesen.

(SDA/AP)

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