Börsen: Dow fast im Bärenmarkt

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BörsenDow fast im Bärenmarkt

Die New Yorker Aktienmärkte haben mit Verlusten geschlossen und den Leitindex Dow Jones an den Rand des Bärenmarktes gedrückt. Im Handelsverlauf hatte er 20 Prozent unter seinem Rekordhoch vom Oktober tendiert.

Hätte der Index auf diesem Niveau geschlossen, würden Experten von einem Markt mit stetig fallenden Kursen ausgehen. Ausschlaggebend für die Verluste waren die Höchstpreise am Ölmarkt. Der Ölpreis notierte zeitweise bei über 142 Dollar je Barrel und damit den zweiten Tag in Folge auf einem Rekordhoch.

Hinzu kam die Sorge der Anleger, dass die Banken im Zuge der Kreditkrise weitere Verluste schreiben könnten. Belastend wirkten zudem Konjunkturdaten, wonach das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes im Juni weiter gesunken ist. Dass die US-Konsumausgaben im Mai dagegen ein Plus verzeichneten, konnte die Stimmung nicht aufhellen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete den Handel 0,9 Prozent im Minus bei 11 346 Punkten, nachdem er im Verlauf zwischen 11 297 und 11 485 gependelt war. Der breiter gefasste S&P- 500-Index tendierte 0,4 Prozent leichter bei 1278 Zählern, der Technologie-Index Nasdaq notierte zuletzt 0,3 Prozent im Minus bei 2315 Punkten.

Damit ergibt sich auf die gesamte Handelswoche gerechnet ein Minus von vier Prozent beim Dow, von drei Prozent beim S&P und von 3,8 Prozent beim Nasdaq-Index. Der Dow-Jones-Index und die Technologiebörse Nasdaq verzeichneten auf die gesamte Woche gerechnet die grössten Verluste seit vier Monaten.

Abwärtstrend bei Banken hält an

Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit standen erneut die Finanzwerte. Grund war eine Analysteneinschätzung zu Merrill Lynch, wonach die Investmentbank im zweiten Quartal deutlich höhere Abschreibungen verbuchen könnte als bisher angenommen. Merrill- Lynch-Papiere verloren 1,1 Prozent.

Verkauft wurde auch die Aktie des Konkurrenten Morgan Stanley. Der Bank droht wegen einigen kostspieligen Pannen während der Kreditkrise eine Herabstufung durch die Ratingagentur Moody's. Die Aktie verlor 0,3 Prozent.

Zu den Verlierern zählte auch die Aktie des US-Chipherstellers Micron Technology. Das Unternehmen weitete seinen Verlust im dritten Geschäftsquartal wegen des anhaltenden Preisdrucks aus. Die Aktionäre reagierten mit Verkäufen. Die Papiere sackten 12,7 Prozent ab.

Übernahmekampf im Biergeschäft

Einen Kursanstieg von 1,5 Prozent verzeichnete dagegen die Aktie der US-Brauerei Anheuser-Busch. Der Konzern hatte das Übernahmeangebot des belgischen Rivalen InBev zurückgewiesen, die Tür zu Verhandlungen aber offengelassen. Die 46,3 Milliarden Dollar schwere InBev-Offerte bewerte das Unternehmen als zu niedrig, begründete der Budweiser-Produzent seine Entscheidung.

Auch Energiewerte profitierten. Die Exxon-Mobil-Aktie lag angesichts des Rekordölpreises 0,2 Prozent im Plus. Die Papiere von Chevron stiegen 0,4 Prozent.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel um 16/32 auf 99-08/32. Sie rentierten mit 3,967 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 40/32 auf 97-20/32 und hatten eine Rendite von 4,520 Prozent.

(sda)

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