Börse: Dow Jones rutscht ins Minus
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BörseDow Jones rutscht ins Minus

Der Anstieg der US-Arbeitslosenquote auf den höchsten Stand seit fast 16 Jahren hat die New Yorker Börsen deutlich ins Minus gedrückt. Die Zahlen bestärkten die Sorge der Anleger, dass sich die Konjunkturlage in den USA noch verschlimmern könnte.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,6 Prozent tiefer bei 8599 Punkten, nachdem er im Handelsverlauf zwischen 8576 und 8769 Zählern gependelt war. Der breiter gefasste S&P-500 beendete den Handel 2,1 Prozent schwächer bei 890 Punkten.

Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 2,8 Prozent auf 1571 Punkte nach. Für den Wochenverlauf ergibt damit ein Minus von 4,8 Prozent beim Dow, von 4,5 Prozent beim S&P und von 3,7 Prozent beim Nasdaq-Index. Das sind die grössten prozentualen Verluste seit sieben Wochen.

Hohe Arbeitslosenquote

Die US-Arbeitslosenquote war im Dezember auf 7,2 Prozent angestiegen. Das ist der höchste Wert seit 1993. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Gesamtjahr 2008 um 2,6 Millionen - das ist der grösste Anstieg seit den Ende des Zweiten Weltkrieges.

Viele Blicke waren auf den Kurs des zweitgrössten US-Ölkonzerns Chevron gerichtet. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, es rechne wegen der niedrigen Öl- und Gaspreise mit einem Gewinneinbruch im vierten Quartal. Chevron-Titel verbilligten sich um 1,9 Prozent.

Auf den Verkaufslisten standen auch die Anteilsscheine des Einzelhändlers Best Buy. Im Zuge der Branchenkrise gab das Unternehmen einen deutlichen Umsatzrückgang bekannt. Die Best Buy- Aktien schlossen 5,3 Prozent schwächer. Nach einem Verlust von rund 307 Millionen Dollar im vierten Quartal rutschten auch die Titel der Baufirma KB Home um 2,8 Prozent ab.

Citigroup mit Verlusten

Bei den Finanzwerten verlor die Aktie der Citigroup 5,7 Prozent. Die US-Bank hatte den sofortigen Rücktritt ihres Top-Beraters und früheren US-Finanzministers Robert Rubin bekanntgegeben. Sein Verwaltungsratsitz will der 70-Jährige aber bis zur nächsten Hauptversammlung behalten.

Wie aus Kreisen verlautete, erwägen die Citigroup und der Konkurrent Morgan Stanley im Bereich Wertpapierhandel zusammenzuarbeiten. Im Gespräch sei die Bildung eines Gemeinschaftsunternehmens, hiess es. Die Morgan-Stanley-Aktie profitierte von den Neuigkeiten und schloss 1,3 Prozent höher.

Kurssprung von Palm

Einen kräftigen Kurssprung um knapp 34 Prozent verzeichneten auch die Aktien von Palm. Der Taschencomputer-Hersteller hatte am Vortag auf der Messe Consumer Electronics in Las Vegas ein neues Touch-Screen-Handy vorgestellt, mit dem er verlorene Marktanteile von Konkurrenten wie Nokia und Apple zurückgewinnen will.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,16 Milliarden Aktien den Besitzer. 926 Werte legten zu, 2188 gaben nach und 53 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,94 Milliarden Aktien 694 im Plus, 2046 im Minus und 106 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 15/32 auf 111-27/32. Sie rentierten mit 2,390 Prozent. Die 30- jährigen Bonds tendierten nahezu unverändert bei 128-01/32 und hatten eine Rendite von 3,048 Prozent.

(sda)

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