Spital-Clowns: Dr. Flippa nimmt Kindern die Angst

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Spital-ClownsDr. Flippa nimmt Kindern die Angst

Clowns sind nicht nur im Zirkus erfolgreich. Dass ihre Spässe auch im Spital wirken, ist nun wissenschaftlich erwiesen.

von
Michael Baumann

In der Schweiz besuchen Spitalclowns der Stiftung Theodora pro Jahr Tausende von Kindern. Sie sollen den kleinen Patienten den Klinikalltag erleichtern. Dass Spitalclowns Kindern sogar die Angst vor Operationen nehmen können, zeigten nun Ärzte in Deutschland.

Im Unispital Greifswald verglichen sie zwei Gruppen: In der einen begleitete ein Clown die Kinder gemeinsam mit den Eltern bis vor den Operationssaal und lenkte sie mit Spässen ab. In der anderen Gruppe blieben die Kinder allein mit ihren Eltern. Bei allen Patienten massen die Forschenden in einer Speichelprobe ein Hormon, das bei Gefühlen wie Vertrauen und Zuversicht ausgeschüttet wird – das Oxytocin.

«Grosse Portion Gefühl»

Das Resultat: Die Aufmunterung durch die Clowns liess den Oxytocin-Spiegel um ein Drittel ansteigen. Zusätzlich bestätigte sich in Befragungen, dass die Clowns beruhigend auf die Kinder wirkten – und auch auf deren Eltern: «Wenn Mama und Papa sehen, dass ihr Kind lacht, schwindet auch ihre eigene Nervosität», sagt Studienleiter Winfried Barthlen. Das wirke sich wiederum positiv auf die Kinder aus.

Im Zürcher Kinderspital macht die Spitalclownin Joy Winistörfer ebenfalls gute Erfahrungen. Sie begleitet als Dr. Flippa kranke Kinder bei Operationen und bildet für die Stiftung Theodora neue Clowns aus. Für Operationsbegleitungen brauche es eine grosse Portion Gefühl, sagt Winistörfer: «Wir müssen uns im richtigen Moment auch wieder zurückziehen können, um den Eltern Zeit mit ihrem Kind zu geben.» Bei diesen komme ihre Unterstützung gut an: «Oft legen die Eltern Operationen ihrer Kinder absichtlich auf die Tage, an denen wir in der Klinik sind.»

«Wissen»

in 20 Minuten wird unterstützt durch die GEBERT RÜF STIFTUNG.

Stiftung Theodora

Die 55 Clowns der Schweizer Stiftung Theodora bringen auf Spitalbesuchen pro Jahr rund 20'000 Kinder zum Lachen. Sie bildet Artisten und Künstler zu Spitalclowns aus, neu auch für Operationsbegleitungen. Das Programm finanziert sich durch Spenden.

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