Nebenwirkungen: Dr. House warnt vor Dr. House
Aktualisiert

NebenwirkungenDr. House warnt vor Dr. House

Der amerikanische Ohrenarzt Dr. John House ist nicht gut auf seinen berühmten TV-Namensvetter zu sprechen. Das liegt nicht an der schroffen Art des Fernseharztes: Dem echten Mediziner stösst der exzessive Konsum eines Schmerzmittels durch Dr. Gregory House sauer auf.

Die US-Serie «Dr. House» gehört weltweit zu den erfolgreichsten Arztserien aller Zeiten. Sogar «echte» Mediziner schalten regelmässig ein, wenn Dr. Gregory House Patienten und Mitarbeiter mobbt und - so ganz nebenbei - mittels bildgebender Verfahren und Labortests munter herumdiagnostiziert. Glücklicherweise tippt er bei seinen «Opfern» kurz vor dem Showdown richtig, was die Patienten fast immer vor dem «Ex gehen» bewahrt.

Das Imperium schlägt zurück

Einfach köstlich - finden die Zuschauer. Doch nicht alle sind dieser Meinung. Der soziopathische Grummelmediziner hat nicht nur Freude. Nun schlägt das Ärzte-Imperium zurück. Und zwar in Gestalt eines Mannes, der den gleichen Namen trägt wie der berühmte Fernsehdoktor. Dr. John House, ein renommierter Ohrenarzt aus Los Angeles, stört sich nicht an dem, was sein erfundener Namensvetter sagt, sondern an dem, was er schluckt.

Vicodin heisst das Medikament, das Gregory House in jeder Folge in hohen Dosen einwirft, um die Schmerzen in seinem Bein zu lindern. Doch der im Vicodin enthaltene Mix aus Opioiden und Paracetamol kann nicht nur süchtig machen: Bei vielen Patienten hat das Medikament eine fatale Nebenwirkung, mit der sich der «echte» Dr. House in seiner Klinik regelmässig auseinandersetzen muss. «Bei uns werden häufig Patienten vorstellig, die nicht nur abhängig von Vicodin sind, sondern auch wegen dieses Medikaments ihr Gehör komplett verloren haben», klagt der Arzt in einem Interview mit «ABC News».

Und Dr. John House hat Anlass dazu, die steigende Zahl durch Vicodin geschädigter Patienten mit der populären TV-Serie in Verbindung zu bringen. Eine aktuelle Umfrage der Kaiser Family Foundation zeigt, dass sich Fernsehzuschauer stark von Inhalten in Serien wie «Dr. House» oder «Grey's Anatomy» beeinflussen lassen. Laut dieser Untersuchung können sich rund 45,6 Prozent aller Zuschauer, die regelmässig eine Arztserie sehen, an in der Sendung erwähnte Medikamente oder Behandlungsmethoden erinnern. Und das noch sechs Wochen, nachdem sie diese Informationen im TV aufgeschnappt hatten.

«Dr. House» stellt sich taub

Besonders ärgert sich Dr. John House darüber, dass die bekannten Nebenwirkungen des Vicodins in der Serie «Dr. House» bislang nie erwähnt wurden. Um das zu ändern, griff der umtriebige Arzt zu sehr unkonventionellen Mitteln: Er schrieb eine komplette Folge, in der Dr. House plötzlich taub wird und sein Team fieberhaft versucht, die Ursache für den Hörverlust seines Chefs zu finden - vergebens: Das Drehbuch des Hörspezialisten stiess beim Produktionsteam bislang auf taube Ohren.

(rre)

Deine Meinung