Dreifachmord von Grenchen SO: Drahtzieherin von Schenkkreis-Morden ist nicht mehr hinter Gittern

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Dreifachmord von Grenchen SODrahtzieherin von Schenkkreis-Morden ist nicht mehr hinter Gittern

Die Anstifterin des Dreifachmordes in Grenchen SO wurde einst zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt. Inzwischen befindet sie sich im offenen Vollzug. 

von
Gabriela Rullo
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Die Drahtzieherin des Dreifachmordes in Grenchen lebt nun im offenen Vollzug.

Die Drahtzieherin des Dreifachmordes in Grenchen lebt nun im offenen Vollzug.

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Die zuständigen Behörden kommentieren den Entscheid «aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes» nicht.

Die zuständigen Behörden kommentieren den Entscheid «aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes» nicht.

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Darum gehts

Ausgeraubt und in der eigenen Wohnung getötet: Das war 2009 das tragische Schicksal einer dreiköpfigen Familie in Grenchen SO. Die Täter waren ein damals 32-jähriger Ex-Spitzensportler und ein 24-jähriger Koch. Doch sie führten den Mordauftrag lediglich aus – Drahtzieherin war Ruth S., die die beiden ihr gegenüber verschuldeten Männer beauftragte. Alle drei wurden zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt.

Inzwischen befindet sich Ruth S. nicht mehr im geschlossenen Gefängnis, wie der «Blick» berichtet. «Ich weiss, dass sie irgendwann nach etwas mehr als zehn Jahren in Haft begleiteten Ausgang hatte. Dann unbegleiteten. Schliesslich durfte sie ganze Tage und dann auch 48 Stunden lang raus», erzählt eine ehemalige Bekannte von Ruth S. gegenüber der Zeitung. Die Verurteilte gehe einer Arbeit nach und halte sich gelegentlich im Wohnwagen eines Freundes im Aargau auf. 

Sie könne nicht verstehen, warum Ruth S. der offene Vollzug gewährt werde, so die Bekannte. Ein Hinterbliebener der ermordeten Familie drückt ebenfalls sein Unverständnis aus: «Dass eine wegen mehrfachen Mordes verurteilte Frau nach 13 Jahren wieder solche Freiheiten geniessen kann, ist ein Skandal», sagt der ältere Herr. 

Details und Hintergründe

André Kuhn, Fachanwalt für Strafrecht in Aarau, erklärt im «Blick»: «Im Normalfall muss man nach einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe mindestens 15 Jahre im Gefängnis bleiben.» Bei Wohlverhalten und ohne Rückfallgefahr sei es jedoch möglich, den offenen Vollzug schon früher einzuleiten. Die zuständigen Behörden äussern sich «aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes» nicht zum Entscheid.

*Name der Redaktion bekannt

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Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Alter ohne Gewalt, Tel. 0848 00 13 13

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Beratungsstellen für gewaltausübende Personen

Brauchst du oder braucht jemand, den du kennst, eine Rechtsberatung?

Hier findest du Hilfe:

Reklamationszentrale, Hilfe bei rechtlichen Fragen

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