Zürcher Produzent OZ spricht über seine Zusammenarbeit mit Rapper Drake
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Zürcher Produzent OZ im Interview «Drake und ich haben zusammen Weihnachten gefeiert»

Am Freitag hat der Rapper Drake sein Album «Certified Lover Boy» veröffentlicht. Vier der neuen Songs hat der Zürcher Produzent OZ kreiert.

von
Lara Hofer
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Der Zürcher OZ (29, links) produziert Songs für grosse Künstler rund um den Globus – so auch für den kanadischen Rapper Drake. 

Der Zürcher OZ (29, links) produziert Songs für grosse Künstler rund um den Globus – so auch für den kanadischen Rapper Drake.

Instagram/ozmusiqe
Zuletzt hat er vier Songs für Drakes neues Album «Certified Lover Boy» produziert, welches am Freitag veröffentlicht wurde. 

Zuletzt hat er vier Songs für Drakes neues Album «Certified Lover Boy» produziert, welches am Freitag veröffentlicht wurde.

Instagram/champagnepapi
21 Songs befinden sich auf dem Album. OZ hatte bei den Tracks «Girls Want Girls» (mit Lil Baby), «Fair Trade (mit Travis Scott), «Love All» (mit Jay-Z) und «No Friends In The Industry» die Finger im Spiel.

21 Songs befinden sich auf dem Album. OZ hatte bei den Tracks «Girls Want Girls» (mit Lil Baby), «Fair Trade (mit Travis Scott), «Love All» (mit Jay-Z) und «No Friends In The Industry» die Finger im Spiel.

Instagram/champagnepapi

Darum gehts

  • Der Produzent OZ (29), der mit richtigem Namen Ozan Yildirim heisst, wohnt in Zürich und produziert Songs für namhafte Künstlerinnen und Künstler.

  • So sind vier seiner Songs auf Drakes neuem Album «Certified Lover Boy» zu hören, welches am Freitag erschienen ist.

  • OZs Produktionen gehören dabei zu den Favoriten der Fan-Community – eine Ehre für den Zürcher Musiker.

  • Im Interview mit 20 Minuten verrät er, wie die Songs entstanden sind, wie gut er sich privat mit Drake versteht und was bei ihm als Nächstes ansteht.

Auch wer in der kleinen Schweiz aufwächst, kann ganz gross rauskommen: Das beweist Produzent OZ. Von seinem Studio in Zürich aus kreiert der 29-Jährige Songs für die ganz grossen Stars – wie etwa für Travis Scott (30) und G-Easy (34). Den Durchbruch schaffte er im Jahr 2018 mit dem Song «Sicko Mode», der es an die Spitze der Billboard-Charts schaffte.

Nun sind vier seiner Produktionen auf Drakes neuem Album «Certified Lover Boy» zu hören – «Girls Want Girls» (mit Lil Baby), «Fair Trade (mit Travis Scott), «Love All» (mit Jay-Z) und «No Friends In The Industry». Die Fan-Community ist begeistert von den Hits und auch OZ scheint zufrieden zu sein. Zeit zum Zurücklehnen sei allerdings noch lange nicht.

OZ, wie entstehen deine Hits?

Ich produziere das Instrumental, also so quasi die Basis, worüber der Künstler dann rappt. Ich kreiere die Melodie, den Rhythmus und den Beat am Computer. Dass nun vier meiner Beats auf Drakes Album sind, ist eine Ehre.

Wie kam es eigentlich zur Zusammenarbeit mit Drake?

Meine musikalische Laufbahn begann vor sieben Jahren. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda konnte ich mir unter den Rappern einen Namen machen. Im Jahr 2018, nach dem Erfolg von «Sicko Mode», wurden mir schliesslich die Türen zu Künstlern wie Drake geöffnet.

Verstehst du dich auch privat mit ihm?

Ja, sogar sehr gut! Kurz vor der Pandemie hat er mich zu sich nachhause eingeladen und wir haben zusammen Weihnachten gefeiert. Ansonsten chatten wir natürlich oft, um neue Musik zu besprechen.

Von wo aus arbeitest du?

Ich wohne nach wie vor in der Schweiz, wo auch meine Songs entstehen. Hier in meinem Home-Studio kann ich am besten arbeiten, weil ich meine Ruhe und keinen Druck von aussen habe. In den Studios der Künstler muss ich dann einfach abliefern.

Wie lange dauert es, einen Beat zu produzieren?

Manchmal dauert es eine halbe Stunde und der Beat ist fertig. Teilweise dauert es aber auch tagelang. Grundsätzlich gilt: Je einfacher der Beat klingt, desto besser. In Amerika heisst es: Simplicity is key! Es ist aber echt schwer, einen Beat einfach klingen zu lassen und trotzdem etwas Besonderes zu kreieren.

Bist du an den Einnahmen der Hits beteiligt?

Ja. Ich kriege vorerst einen einmaligen Betrag für meine Arbeit. Sobald der Song dann veröffentlicht wurde, verdiene ich überall mit – bei den Streams, Youtube-Klicks, Verkäufen, Radio-Plays und so weiter.

Hättest du je mit einem solchen Erfolg gerechnet?

Nein. In meiner Familie ist niemand wirklich musikalisch und auch bei mir hat alles hobbymässig angefangen. Ich habe spasshalber nach der Schule Beats produziert. Anfangs sah es für mich unmöglich aus, in Amerika Fuss zu fassen. Schliesslich hat das noch kein Schweizer vor mir geschafft. Ich hatte kein Vorbild. Doch meine Liebe zur Musik war stärker als der Zweifel an mir selber.

Was willst du noch erreichen?

Mein grösstes Ziel war es immer, einen Track mit Jay-Z zu machen. Durch «Love All» habe ich das nun geschafft. Jetzt widme ich mich Travis Scott und seinem neuen Projekt. Zudem würde ich gerne Neues ausprobieren und für Künstlerinnen wie Beyoncé und Ariana Grande produzieren.

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