«Slumdog Millionaire»: Drama mit Poesie und leisem Humor
Aktualisiert

«Slumdog Millionaire»Drama mit Poesie und leisem Humor

Der Film war der grosse Abräumer bei den diesjährigen Oscars. Unvergessen die märchenhaften Szenen, als die indischen Kinderdarsteller, die sonst in Slums hausen, über den roten Teppich spazierten.

von
Philippe Zweifel

Wie in einem Märchen gehts auch in «Slumdog Millionaire» zu und her. Wir sehen den jungen Jamal, der bei «Wer wird Millionär?» in die letzte Runde vorgedrungen ist – am nächsten Tag soll die letzte Frage gestellt werden. Doch die Produzenten glauben, dass er betrügt, und lassen ihn von der Polizei verhören. Jamal erzählt ihnen, dass jede Quiz-Frage etwas mit seiner Lebensgeschichte zu tun hatte: mit der Kindheit in den Slums, mit der Flucht mit dem Bruder und mit seiner gros­sen Liebe, die er mit dem Fernsehauftritt wiederzufinden hofft.

Die Anekdoten bieten einen Blick auf Mittellosigkeit und Elend, sind aber stets vom unbändigen Optimismus der Hauptfigur erfüllt, deren Leben in einem Rausch von Farben und Klängen auf der Leinwand vorüberzieht. Danny Boyle ist so ein grossartiges Drama mit poetischen Tönen, viel Spannung und leisem Humor gelungen.

Für einmal lohnt sich auch ein Blick ins Bonus-Material. Die Extras der Doppel-DVD enthalten Dokus über die Dreharbeiten und die Entstehung einzelner Szenen, die vom Enthusiasmus der Filmemacher zeugen.

«Slumdog Millionaire» mit Dev Patel, Freida Pinto, Regie: Danny Boyle.

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