21.01.2016 20:30

Trump und Palin

Dreamteam der Patzer, Schnitzer und Anwürfe

Sarah Palin soll Donald Trump im Kampf um die US-Präsidentschaft helfen. Damit ist das politische «Traumpaaar der Lächerlichkeiten» komplett.

von
sut

Der Baulöwe und TV-Entertainer Donald Trump hat sich am Dienstag die Unterstützung von Sarah Palin gesichert, der Ex-Gouverneurin und Vize-Präsidentschaftskandidatin von 2008. Die Paarung des New Yorker Showman mit der Selbstdarstellerin aus Alaska hat grosses Potenzial – in doppelter Hinsicht.

Die kampfeslustige Tea-Party-Frau soll Zweifel an Trumps Wählbarkeit ausräumen. Weil viele Konservative Palin nach wie vor bewundern, könnte sie Trump am 1. Februar im Gliedstaat Iowa zu einem ersten Sieg verhelfen. Dann hätte er gute Chancen auf die Nomination als Kandidat der Republikaner im August.

Das breitere Publikum darf derweil über das Traumpaar Trump-Palin lachen oder den Kopf schütteln. Für den hohen Unterhaltungswert der zwei schrillen Politiker bürgen frühere Highlights:

Palin verdreht die Sprache

Im Glitterkleid glänzend wie ein nasser Otter, schmetterte Palin am Dienstag eine Ode an Trump von der Bühne. «Seid ihr bereit», fragte sie, «für einen Oberkommandierenden, der unsere Krieger ihren Job machen lässt, der ISIS in den Arsch tritt?» Trump kriege sein «High» nicht von «O.P.M.», eine Abkürzung, die wie «Opium» klang. Palin meinte aber: «Other People's Money» (das Geld der anderen). Dann sagte sie: «Die Wahlen drehen sich um mehr als das blosse ABC – Anybody But Clinton» (jeder ausser Clinton). Ihr Jubel gipfelte im Satz: «Trump ist aus dem Privatsektor, kein Politiker – kriege ich ein Hallelujah?»

Trump lobt sich selbst am meisten

Das narzisstische Grossmaul Trump glorifiziert am liebsten sich selbst. Er werde, versprach er im Sommer, «der grösste Job-Präsident sein, den Gott je schuf». Auch beim Mauerbau sei er nicht zu überbieten: «Niemand baut Mauern wie ich, glaubt es mir. Ich werde eine grosse Mauer an der südlichen Grenze bauen und Mexiko dafür zahlen lassen.» Sogar Russlands Präsident Wladimir Putin anerkenne Trumps Grossartigkeit, sagte er im Oktober: «Er glaubt, dass ich eine gute, gescheite Person bin. Er hat recht – ich bin eine brillante Person, das wisst ihr.»

Palin sähe am liebsten Gott überall

Amerikas Gründerväter seien von Religion geleitet gewesen, behauptete Palin 2010. «Sie wollten das Recht auf der Bibel und den Zehn Geboten aufbauen.» Stimmt nicht: Die Wörter «Jesus», «Christentum», «Bibel» und «Gott» kommen in der Verfassung nicht vor. Als sie sagte, der US-amerikanische Treue-Eid auf die geeinte Nation stamme von den Gründervätern, war das ebenso falsch. Er wurde 1892 verfasst, und der Zusatz «unter Gott» kam erst 1954 hinzu. Dass sie keine Vegetarierin ist, begründete sie auch religiös: «Wenn Gott nicht gewollt hätte, dass wir Tiere essen, warum hat er sie dann aus Fleisch gemacht?»

Trump bewirft andere mit Dreck

Über die Fox-News-Moderatorin Megyn Kelly sagte Trump: «Das Blut kam aus ihren Augen. Blut aus ihrem – wo auch immer.» Die Rivalin Carly Fiorina beleidigte er frontal: «Schaut euch dieses Gesicht an! Würde jemand so etwas wählen?» Den Gegenspieler Ted Cruz nannte er am Sonntag einen «ekligen Kerl, einen sehr ekligen Kerl». Und der Ex-Präsidentschaftskandidat John McCain ist für ihn nur «ein Kriegsheld, weil er in Gefangenschaft geriet. Ich mag keine Leute, die gefangen werden.»

Palin hat Mühe mit Geografie

Der Satz: «Ich kann Russland von meinem Haus aus sehen», stammt zwar nicht von Palin, sondern aus einer Parodie von «Saturday Night Live». Sie selbst sagte: «Man kann Russland vom Land aus sehen hier in Alaska, von einer Insel in Alaska.» Und das stimmt: Von der Insel Diomede mitten in der Beringstrasse ist das russische Festland sichtbar. Doch aussenpolitische Erfahrung kann sie daraus nicht ableiten. In anderen Fällen griff Palin daneben: 2008 bezeichnete sie in New Hampshire diesen Neuenglandstaat als Teil von Amerikas «grossem Nordwesten» und sprach von «unserem Nachbarland Afghanistan».

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