21.08.2019 15:03

«Bedeutsame Verbindung»

Dreckige Luft ist Gift für die Psyche

Schlechte Nachrichten für smoggeplagte Städter: Zwischen Luftverschmutzung und psychischen Erkrankungen besteht offenbar ein Zusammenhang.

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Schlechte Luft ist nicht nur Gift für den Körper, sondern auch für den Geist. Zu diesem Schluss kommen Forscher der University of Chicago.

Schlechte Luft ist nicht nur Gift für den Körper, sondern auch für den Geist. Zu diesem Schluss kommen Forscher der University of Chicago.

iStock/Lanski
Ihre im Fachjournal «Plos One» veröffentlichte Studie legt eine «bedeutsame Verbindung» zwischen schlechter Luftqualität und einer Häufung von neuropsychiatrischen Störungen nahe.

Ihre im Fachjournal «Plos One» veröffentlichte Studie legt eine «bedeutsame Verbindung» zwischen schlechter Luftqualität und einer Häufung von neuropsychiatrischen Störungen nahe.

iStock/D-keine
Die Auswertung zeigte, dass die Zahl von Erkrankungen wie bipolare Störung und ... (Im Bild: Sängerin Demi Lovato, die an einer bipolaren Störung leidet)

Die Auswertung zeigte, dass die Zahl von Erkrankungen wie bipolare Störung und ... (Im Bild: Sängerin Demi Lovato, die an einer bipolaren Störung leidet)

Keystone/AP/Jose Sena Goulao

Auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und psychischen Erkrankungen weist eine US-Studie hin. Sie lege eine «bedeutsame Verbindung» zwischen schlechter Luftqualität und einer Häufung von neuropsychiatrischen Störungen nahe, heisst es im Fachjournal «Plos Biology».

Die Auswertung habe gezeigt, dass die Zahl von Erkrankungen wie bipolaren Störungen und Depressionen «anscheinend mit der physischen Umgebung, besonders der Luftqualität» in Verbindung stehe, so der Hauptautor der Studie, der Computerbiologe Atif Khan von der University of Chicago.

Nach seinen Angaben ist der Zusammenhang besonders auffällig, wenn die betreffenden Patienten in ihrer Kindheit in Gebieten mit starker Luftverschmutzung gelebt haben.

Schlechte Luft, kranke Psyche

Die Auswertung (siehe Box) ergab, dass in den US-Verwaltungsbezirken mit der schlechtesten Luftqualität die Fälle von bipolarer Störung um 27 Prozent und jene von schwerer Depression um sechs Prozent höher waren als in den Bezirken mit der besten Luft.

Um ihre Ergebnisse abzusichern, werteten die Forscher weiter Gesundheits- und Umweltdaten aus Dänemark aus. Genutzt wurden die Daten von 1,4 Millionen zwischen 1979 und 2002 in dem skandinavischen Land geborenen Menschen. Gezielt analysiert wurden dabei die Informationen über Erwachsene mit neuropsychiatrischen Erkrankungen, die bis zu ihrem zehnten Geburtstag in Gebieten mit starker Umweltverschmutzung gelebt hatten.

Schlechte Luft in der Kindheit besonders schlecht

Die Resultate ähnelten jenen aus den USA. In Dänemark lag demnach die Zahl der Fälle von bipolarer Störung in den Bezirken mit der schlechtesten Luft um 29 Prozent höher als in jenen mit der besten Luftqualität.

Bei anderen psychischen Erkrankungen war der statistische Zusammenhang mit einer Kindheit in dänischen Gegenden mit besonders schlechter Luft sogar noch deutlicher: Die Fälle von schwererer Depression etwa waren dem Bericht zufolge um 50 Prozent, jene von Schizophrenie um 148 Prozent häufiger als in den Bezirken mit der gesündesten Luft.

Kritik und Rückendeckung

Die Ergebnisse der Forscher aus Chicago sind allerdings nicht unumstritten. Andere Wissenschaftler führen ins Feld, dass eine statistische Korrelation noch nicht beweist, dass Umweltverschmutzung tatsächlich eine neuropsychiatrische Erkrankung auslösen kann. In der Studie wurde nicht untersucht, in welcher Weise Chemikalien aus der Luft sich möglicherweise auf das Nervensystem auswirken können.

Laut «PLOS One» deuten jedoch zahlreiche Tierexperimente darauf hin, dass umweltverschmutzende Chemikalien die Funktion von Nervenbahnen beeinträchtigen können.

(fee/afp)

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So lief die Studie ab

So lief die Studie ab

Das Team um Khan wertete dem Bericht zufolge eine Datenbank von US-Krankenversicherungen über 151 Millionen Patienten aus, für die über einen Zeitraum von elf Jahren hinweg Versicherungsleistungen für die Behandlung neuropsychiatrischer Erkrankungen angefordert worden waren.

Die Forscher glichen diese Daten mit von der US-Umweltbehörde EPA gesammelten Messwerten zu 87 potenziell luftverschmutzenden Substanzen ab.

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