Aktualisiert 17.01.2019 11:49

NaturphänomenDrehende Eisscheibe gibt Rätsel auf

Im Sheyenne-Fluss in North Dakota kann man momentan Merkwürdiges bestaunen. Eine kreisrunde 15 Meter grosse Eisscheibe dreht sich wie von Geisterhand bewegt.

von
zve

Die Entdeckung des pensionierten Ingenieurs George Loegering hat viele Fragen aufgeworfen. Wie hat sich die Eisscheibe mit 15 Meter Durchmesser auf dem Sheyenne-Fluss gebildet und warum dreht sie sich? Der 73-Jährige kann es sich nicht erklären. «Zuerst dachte ich, das kann nicht sein. Es war so surreal. Man schaute die Scheibe an und dachte sich: ‹Wie geht das?›»

Wetterexperten vermuten, dass ein Gemisch aus kalter, dichter Luft (der Luftdruck erreichte im naheliegenden Fargo Rekordhöhe) und ein Strudel im Fluss diese Kuriosität hervorzauberten. Der Meteorologe Greg Gust sagt, der Fluss sei aufgrund dieser Faktoren nach und nach eingefroren. Es hätten sich Eisstücke gebildet, die dann später in den Strudel geraten seien und eine Scheibe gebildet hätten. Allen Schlag, ein Hydrologe bestätigt diese These: «Die Eisscheibe besteht aus Eisstücken und verläuft nicht kontinuierlich. Würdest du einen grapefruitgrossen Stein darauf werfen, würde er die Platte durchbrechen.»

«Ein sehr cooles Naturspektakel»

«Dieses Naturereignis ist nichts Unbekanntes, aber relativ selten», so Loegering. Er hat recht: Drehende Eisscheiben wurden zuvor schon in der Arktis, in Skandinavien und in Kanada gesichtet, aber sehr selten anderswo. Normalerweise bilden sich rotierende Eisscheiben an Kurven in Flüssen, wo eine sogenannte Scherwirkung vorherrscht. Diese führt dazu, dass sich Eisstücke lösen und mitgezogen werden. Wenn sich der Kreis aus Eisstücken dreht, wird das umgebene Eis abgerieben und der perfekte Kreis entsteht.

Schlag war überrascht, dass diese Kuriosität in einem eher kleineren Fluss entstand. Normalerweise treten solche Besonderheiten in grösseren Flüssen auf wie zum Beispiel im Missouri. Ausserdem verblüffte den Forscher auch die Grösse des Kreises. «Das könnte eines der schönsten Beispiele sein, die ich gesehen habe und auch ein sehr cooles noch dazu.»

Aufs Glatteis geführt

Dieses Spektakel aus dem Jahr 2010 wurde in Vermont, USA gesichtet:

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