Illegal auf der Limmat - Drei Böötler geraten in Lebensgefahr – nun folgt eine teure Rechnung
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Illegal auf der LimmatDrei Böötler geraten in Lebensgefahr – nun folgt eine teure Rechnung

Zwei Böötlende gerieten vor rund zwei Wochen beim Höngger Wehr in Zürich in die lebensgefährliche Wasserwalze. Die Einsatzkosten werden weiterverrechnet.

von
Thomas Mathis

So ist man sicher mit dem Gummiboot auf der Limmat unterwegs.

Quelle: Stadtpolizei Zürich

Darum gehts

  • Drei Personen waren trotz Verbots mit einem Gummiboot auf der Limmat unterwegs.

  • Sie gerieten wegen der Wassermassen in Lebensgefahr, blieben glücklicherweise aber unverletzt.

  • Neben der Busse werden auch die Kosten für den Einsatz in Rechnung gestellt.

Vor gut zwei Wochen an einem Sonntagabend gerieten drei Personen beim Höngger Wehr in Not. Sie waren trotz Verbot mit einem Gummiboot auf der Limmat unterwegs. Der ausgelöste Einsatz kommt sie nun teuer zu stehen, wie Anfragen bei Stadtpolizei sowie Schutz & Rettung Zürich (SRZ) zeigen.

Vor Ort waren zwei Rettungswagen sowie ein Notarzt. Die Grundkosten dafür betragen laut SRZ-Sprecher Marco Grendelmeier rund 1200 Franken. In der Pauschale enthalten ist auch ein Sonntagszuschlag. Dazu kommen noch die individuellen Behandlungskosten. «Sie betragen wenige Hundert Franken», sagt Grendelmeier. Wie die Personen die Kosten aufteilen und ob eine Versicherung einen Teil davon übernimmt, ist nicht bekannt. Grendelmeier fügt an: «Es wäre falsch, wenn man aus Angst vor Kosten den Notruf nicht wählt.» Insbesondere für Drittpersonen entstünden grundsätzlich keine Kosten.

Drei Bussen ausgestellt

Doch das ist nicht alles. Wegen des Fahr- und Badeverbots auf dem Fluss kommen pro Person noch Ordnungsbussen von je 50 Franken dazu, wie die Stadtpolizei Zürich bestätigt. Ob auch die polizeilichen Einsatzkosten weiterverrechnet werden, ist noch nicht klar. Derzeit ist es wegen der Wassermassen immer noch verboten, die Limmat ab dem Lettenwehr und die Sihl ab der Zollbrücke zu befahren oder darin zu baden. Ausgenommen davon sind die offiziellen Badeanlagen.

Die drei Böötler waren auf dem Fluss in Not geraten. Ein 25-Jähriger konnte sich an einer Eisenstange festhalten, eine 21-Jährige und ein weiterer 25-Jähriger wurden übers Wehr gespült und gerieten in die lebensbedrohliche Wasserwalze. Die Frau konnte sich mit viel Glück selbst ans Ufer retten, der Mann wurde mit Hilfe eines Rettungsrings aus dem Wasser geholt.

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Baden und Fahren in der Limmat sind nach wie vor verboten.

Baden und Fahren in der Limmat sind nach wie vor verboten.

Tamedia/Urs Jaudas
Beim Höngger Wehr hatte vor rund zwei Wochen ein Rettungseinsatz stattgefunden.

Beim Höngger Wehr hatte vor rund zwei Wochen ein Rettungseinsatz stattgefunden.

Stadtpolizei Zürich
Drei Böötler waren zuvor in Not geraten, zwei von ihnen wurden übers Wehr gespült.

Drei Böötler waren zuvor in Not geraten, zwei von ihnen wurden übers Wehr gespült.

20min/Jeanine Gloor

Die sechs Flussregeln

Die Schweizerische Lebensrettungsgesellschaft SLRG hat auf ihrer Website sechs Flussregeln formuliert, die es zu beachten gilt. Diese lauten wie folgt:

  • Schlauchbootfahrer müssen mit einer Rettungsweste ausgerüstet sein.

  • Die auf dem Boot angegebene Nutzlast darf nicht überschritten werden.

  • Boote nicht zusammenbinden. Sie sind nicht mehr manövrierfähig.

  • Unbekannte Flussabschnitte müssen vor der Fahrt zuerst erkundet werden.

  • In freie Gewässer (Flüsse, Weiher und Seen) wagen sich nur gute und geübte Schwimmer.

  • Unterkühlung kann zu Muskelkrampf führen. Je kälter das Wasser, umso kürzer der Aufenthalt im Wasser.

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