Aktualisiert 31.03.2007 06:44

Drei Container im Rhein verschwunden

Für 500 blockierte Schiffe heisst es endlich wieder freie Fahrt: Die wichtigste europäische Wasserstrasse ist fünf Tage nach der Havarie wieder offen. Drei Container sind aber spurlos verschwunden.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt hob die Sperrung um 20.30 Uhr auf. Bei der Havarie des Frachters «Excelsior» am Sonntag waren 32 Container über Bord gegangen. Die Bergungsarbeiten hatten sich als überaus schwierig erwiesen.

Drei Container wurden nach Angaben der Wasserschutzpolizei nicht gefunden. «Wir haben die Fahrrinne mehrfach gepeilt und abgesucht», sagte Polizeisprecher Ramon van der Maat.

Komplizierte Abfolge

Sieben Boote des Wasser- und Schifffahrtsamtes und der Polizei regelten den Start des Schiffsverkehrs. Die ankernden Schiffe im Stadtbereich starteten zuerst. Über Schiffsfunk sollten dann die Frachter im weiteren Umkreis informiert werden.

Später sollte die Nachricht über die Freigabe über den nautischen Informationsfunk - einem Kanal für die Schifffahrt - verbreitet werden.

In den nächsten Stunden sei Konzentration angesagt. Die Schiffe lägen teilweise in mehreren Reihen nebeneinander. Sie müssten einzeln rausfahren. «In drei Stunden ist der grösste Teil unterwegs. Wenn die einmal fahren, ist das Gröbste überstanden», sagte der Polizeisprecher.

Überholen verboten

Um Chaos bei der Auflösung des Staus zu vermeiden, lenkte die Wasserschutzpolizei den Verkehr und sorgte für eine Abfahrt im Perlenketten-Prinzip. Damit wurde die Geduld der Kapitäne erneut auf die Probe gestellt, denn sie durften nur hintereinander fahren, Überholmanöver waren aus Sicherheitsgründen strikt verboten.

Die Arbeiten mit fünf Spezialschiffen, vier Peilschiffen und zahlreichen Tauchern waren vor der Freigabe zum Wettlauf mit der Zeit geworden. Der Druck auf die Behörden, den 20-Kilometer langen Abschnitt wieder freizugeben, wuchs angesichts des erwarteten hohen Millionen-Schadens deutlich.

Durch das Frachter-Unglück und die Sperrung entstand den Reedern laut Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt ein Gesamtschaden in Millionenhöhe, der sich mit jedem weiteren Tag der Untätigkeit erhöhte.

(dapd)

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