Kofler schliesst 2022 – Drei Frauen wollen Luzerner Traditions-Modehaus vor Untergang retten

Aktualisiert

Kofler schliesst 2022Drei Frauen wollen Luzerner Traditions-Modehaus vor Untergang retten

Das Ende des Luzerner Modehauses Kofler schien besiegelt. Doch nun möchten drei Mitarbeiterinnen eine neue Filiale gründen und damit die Tradition retten.

von
Tino Limacher
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Kofler schliesst per 2022 seine Tore endgültig. Drei Mitarbeiterinnen möchten eine neue Filiale unter dem Namen Kofler gründen und so die langjährige Tradition retten.

Kofler schliesst per 2022 seine Tore endgültig. Drei Mitarbeiterinnen möchten eine neue Filiale unter dem Namen Kofler gründen und so die langjährige Tradition retten.

Verein IG Kofler retten
Brigitte Bucheli arbeitet bereits seit 34 Jahren für das Modehaus Kofler. Dass das traditionsreiche Unternehmen endgültig schliesst, war für sie ebenfalls ein Schock. 

Brigitte Bucheli arbeitet bereits seit 34 Jahren für das Modehaus Kofler. Dass das traditionsreiche Unternehmen endgültig schliesst, war für sie ebenfalls ein Schock.

Verein IG Kofler retten
Zusammen mit Sandra De Falco und … 

Zusammen mit Sandra De Falco und …

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Darum gehts

Nach 170 Jahren schliesst das Modehaus Kofler seine Pforten per 2022. Obwohl die Familie Bachmann das traditionsreiche Luzerner Familienunternehmen übernommen hatte, schrieb Kofler weiterhin rote Zahlen. Wegen der zusätzlichen Belastung durch die Corona-Krise wurde die endgültige Schliessung vom Verwaltungsrat diesen Herbst beschlossen. Vom Aus sind über 100 Arbeitsplätze betroffen. Drei Mitarbeiterinnen von Kofler, nämlich Brigitte Bucheli, Sandra de Falco und Monika Wicki, wollen es aber nochmals wissen: Im Rahmen eines Projekts möchten sie eine Filiale unter dem Namen Kofler neu gründen und dadurch das Luzerner Original retten, wie «Pilatustoday» berichtet.

Echo der Kundinnen und Kunden als Funke fürs Projekt

Die Nachricht von der Schliessung war nicht nur für die Mitarbeitenden ein riesen Schock, sondern auch für die Kundschaft: «Unsere Kundinnen und Kunden waren sehr bestürzt und auch frustriert, dass so ein traditionsreiches Unternehmen schliessen muss», sagt Brigitte Bucheli, Verantwortliche Einkauf bei Kofler. Bucheli selbst arbeitet bereits seit 34 Jahren für das Modehaus, weshalb sie über die schlechte Nachricht ebenfalls sehr schockiert war. Die Idee, den Namen Kofler mit einer neuen Filiale zu retten, entstand aber vor allem im Austausch mit den enttäuschten Kundinnen und Kunden, wie Bucheli gegenüber 20 Minuten sagt. «Das überaus grosse Echo unserer Stammkundschaft, dass der Name Kofler einfach zum Stadtbild gehöre, war für uns der eigentliche Funke, für die Erhaltung des Modehauses zu kämpfen», so Bucheli.

Für das Projekt erhielten die drei Mitarbeiterinnen nur positive Resonanz: «Unsere Stammkundinnen und -kunden finden es super und haben uns auch schon finanzielle Unterstützung angeboten. Von unseren Lieferanten kamen ebenfalls nur positive Rückmeldungen», so Bucheli. Schliesslich war selbst der Verwaltungsrat vom Projekt begeistert. «Wir haben von der Geschäftsleitung das O.k. bekommen, den Namen Kofler zu verwenden, weshalb wir mit keiner bösen Überraschung rechnen müssen», so Bucheli.

Schliesslich haben die drei Initiantinnen laut Bucheli auch das nötige Netzwerk und Erfahrung, um ein solches Projekt erfolgreich realisieren zu können. Das Ziel sei es ausserdem, von den über 100 Arbeitsplätzen zehn bis 15 zu erhalten. Dazu Bucheli: «Einige Mitarbeiterinnen hoffen natürlich darauf, dass wir sie übernehmen werden, wenn unser Vorhaben klappt. Jedoch ist ihnen auch bewusst, dass sie sich trotzdem an anderen Orten bewerben müssen, da wir die Eröffnung frühestens im September planen.»

Wie gehts weiter?

Das Projekt ist erst am Anfang. In einer ersten Phase möchten die drei Initiantinnen eine Summe von 120’000 Franken sammeln, wobei die Aktion am 15. Dezember startet. «So viel brauchen wir sicher als Startkapital, um als Verein eine AG gründen zu können. Können wir dieses erste Ziel nicht erreichen, wird es leider keinen Kofler mehr geben», so Bucheli. Zwar fanden sie im Neubau an der Luzerner Kapellgasse bereits einen Standort für die neue Filiale, allerdings werden ungefähr weitere 800’000 Franken für den Innenausbau benötigt. Die Spendenaktion dafür soll im März nächsten Jahres starten. Falls alles gut geht, wird laut Bucheli das neue Geschäft am 1. September 2022 eröffnet.

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