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Drei Frauen zu Priesterinnen geweiht

Die Theologin Monika Wyss aus Riehen BS ist am Samstag auf einem Bodensee-Schiff als erste Schweizerin zur Priesterin geweiht worden. Ihr und zwei ebenfalls geweihten Frauen droht die Exkommunikation aus der katholischen Kirche.

Es sei kein Müssen, sondern eine natürliche Sache Priesterin zu werden, sagte die Wyss in einer Medienveranstaltung vor der Weihe. Alle Menschen hätten das gleiche Recht, die direkt Nachfolge Christi anzutreten. Christus selbst sei für Nächstenliebe und Toleranz eingestanden.

Nach katholischem Kirchenrecht haben nur getaufte Männer das Recht auf die Priesterweihe.

Mit Monika Wyss wurden die Deutsche Regina Nicolosi, sowie die Amerikanerin Jane Via zu Priesterinnen geweiht. Das die katholische Kirche die Priesterinnenweihe kaum akzeptieren wird, ist auch den zukünftigen Priesterinnen klar. Sie rechnen mit der Exkommunikation.

Kein Austritt aus der Kirche

Auch unter dieser Drohung würden sie sich weder verstecken noch aus der katholischen Kirche austreten. Auch ein Übertritt zum protestantischen Glauben komme nicht in Frage. Vielmehr wollten die Frauen weiterhin Rechte innerhalb der katholischen Kirche reklamieren, wie sie sagten. Unterstützt werden sie von der theologischen Gruppierung Römisch-Katholische Priesterinnen Europa- West.

Aus diesem Kreis haben drei promovierte Theologinnen, die als Bischöfinnen wirken, die zukünftigen Priesterinnen ausgebildet und die Weihe auf dem Bodensee-Schiff «Rhyneck» vorgenommen. Die Weihe erfolgte nach katholischem Ritus.

Taufe, Heirat und Sterbebegleitung

Sie werden keine Kleriker aber praktizierende Priesterinnen sein, erläuterten die Frauen ihre zukünftige Rolle. Monika Wyss sagte, sie sei bereits Taufen und Hochzeiten angefragt worden. Sie werden dafür zur Verfügung stehen. Finde sie eine Kirche, nehme sie die Feiern dort vor, sonst im privaten Rahmen.

In den Vereinigten Staaten würden Priesterinnen neben Taufe, Heirat und Sterbebegleitung Eucharistiefeiern in kleineren und grösseren Gruppen abhalten, berichtete Jane Via. Regina Nicolosi sagte, sie funktionierten als Priesterinnen auch wenn der Vatikan sie nicht Ernst nehme.

Die letzten Priesterinnenweihe fand 2002 statt. Zwölf Frauen wurden auf einem Donau-Schiff von dem exkommunizierten argentinischen Bischof Romulo Braschi und dem Oberösterreicher Ferdinand Regelsberger zu Priesterinnen geweiht.

Nachdem der damalig Kardinal Ratzinger und heutige Papst Benedikt XVI. ein Monitum erlassen hatte, wurde den neu geweihten Priesterinnen die Exkommunikation angedroht. Die Frauen bereuten nicht und wurden exkommuniziert. (sda)

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