Täter unbekannt: Drei Gladbach-Fans in Rom niedergestochen

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Täter unbekanntDrei Gladbach-Fans in Rom niedergestochen

Für drei Anhänger von Gladbach endet der Trip zum Achtelfinal-Rückspiel nach Rom in einer Katastrophe. Vor der Partie werden sie niedergestochen, befinden sich aber nicht in Lebensgefahr.

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Am Rande des Europa-League-Sechzehntelfinals zwischen Lazio Rom und Borussia Mönchengladbach (2:0) kam es am Donnerstagabend in der italienischen Hauptstadt zu wüsten Szenen. An drei verschiedenen Orten Roms wurden drei deutsche Fussballfans niedergestochen.

Die drei Übergriffe fanden allesamt vor dem Anpfiff der Partie im Olimpico statt. Es ist anzunehmen, dass die Täter aus der Fanszene Lazios kommen. Gemäss der Deutschen Presse-Agentur DPA hat die italienische Polizei noch keine Spur, um wen es sich bei den Messerstechern handelt.

10'000 Fans aus Gladbach waren in die ewige Stadt gereist. Für drei davon endete der Trip in einer Katastrophe. Dennoch hatten die Fussballfans Glück im Unglück. Gladbachs-Pressesprecher Markus Aretz sagt gegenüber «Welt.de»: «Niemand ist in Lebensgefahr. «Wir haben zu allen Kontakt, und allen dreien geht es gut. Einer hat wohl einen Stich in die Wade bekommen, ein anderer in den Oberschenkel.»

Droht Lazio der Ausschluss aus der EL?

Eines der Opfer soll ein 50-jähriger Arzt gewesen sein. Er wurde direkt vor dem Olimpico angegriffen. Die beiden anderen Attacken passierten am Ufer des Tiber und vor dem Hilton-Hotel. In der jüngsten Vergangenheit leisteten sich die Lazio-Fans gleich mehrere Eskapaden. So etwa im November, als die Anhänger des Viertplatzierten der Serie A antisemitische Gesänge im Spiel gegen Tottenham anstimmten. Die Strafe lautete: ein Europacupspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Diese wurde jedoch zur Bewährung ausgesetzt.

So glimpflich dürfte es für die Italiener nach dem neuerlichen Zwischenfall nicht ausgehen: Die Uefa drohte dem Klub bei weiteren fremdenfeindlichen Ausfällen seiner Anhänger mit dem Ausschluss von europäischen Wettbewerben. Wird Lazio, das gegen Gladbach die Achtelfinal-Qualifikation schaffte, gar aus der Europa League verbannt?

Lazio-Präsident spricht von «Kratzern»

Der Lazio-Präsident scheint den Vorfall nicht allzu ernst zu nehmen. «Wir sollten keinen falschen Alarm machen. Ich habe mit der Polizei gesprochen. Die ersten beiden wurden nicht richtig gestochen, der dritte hat einen Kratzer am Gesässmuskel», sagte Claudio Lotito gemäss der «Welt».

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