Vorarlberg - Drei Golden-Retriever-Welpen in Hasenkäfig geschmuggelt
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VorarlbergDrei Golden-Retriever-Welpen in Hasenkäfig geschmuggelt

In Vorarlberg wurden Welpenschmuggler aus Rumänien erwischt. Illegaler Welpenhandel ist laut Tierschützern ein Problem.

von
Alexandra Maria-Victoria Andrist
Jeremias Büchel
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In diesem Käfig wurden die Welpen transportiert. 

In diesem Käfig wurden die Welpen transportiert.

LPD Vorarlberg
Eine Tierärztin stellte einen sehr bedenklichen Gesundheitszustand fest. 

Eine Tierärztin stellte einen sehr bedenklichen Gesundheitszustand fest.

LPD Vorarlberg
Die Golden-Retriever-Welpen dürften rund drei Monate alt sein. 

Die Golden-Retriever-Welpen dürften rund drei Monate alt sein.

LPD Vorarlberg

Darum gehts

  • Polizisten haben kürzlich Welpenschmugller aus dem Verkehr gezogen.

  • Die Tiere waren stark dehydriert.

  • Die nötigen Papiere für Transport und Einfuhr fehlten den Rumänen.

  • Die Welpen befinden sich nun in einem Tierheim.

  • Die Tierschutzorganisation «Vier Pfoten» rät beim Welpenkauf aus dem Ausland zur Vorsicht.

Beim ehemaligen Autobahnzollamt Hörbranz (A) führte die österreichische Bundespolizei am Freitag Einreisekontrollen durch, als sich ein Auto mit rumänischen Kennzeichen der Kontrolle zu entziehen versuchte. An einem anderen Kontrollpunkt gelang es der Polizei, die Insassen des Fahrzeugs zu kontrollieren. Im Auto sassen vier Rumänen. Zwischen den zwei Männern auf dem Rücksitz entdeckte die Polizei einen Hasenkäfig, in welchem sich drei Hundewelpen befanden.

14 Stunden unterwegs – ohne Futter oder Wasser

Abklärungen ergaben, dass es sich um rund drei Monate alte Golden Retriever handelte, die von Rumänien aus nach Westeuropa transportiert wurden und bereits seit gut 14 Stunden unterwegs waren. Die Amtstierärztin stellte fest, dass sich die Welpen in einem sehr schlechten gesundheitlichen Zustand befunden haben. Die Tiere dürften während der gesamten Fahrt nicht versorgt worden sein und waren deshalb stark dehydriert. Die Hunde wurden sichergestellt und beim Vorarlberger Landestierheim untergebracht, wie die Polizei mitteilte.

Die Rumänen führten die nötigen Unterlagen für den Transport von Tieren nicht mit und auch die für die Einreise nötigen Nachweise für negative Coronatestresultate hatten die Männer nicht dabei. Der Lenker wurde wegen Übertretungen gegen das Tiertransportgesetz, Tierseuchengesetz und der Strassenverkehrsordnung angezeigt.

Problematischer Welpenhandel

Die Welpen, welche die Rumänen mitführten, hätten in Westeuropa verkauft werden sollen. Der Handel mit Jungtieren bringt laut der Tierschutzorganisation «Vier Pfoten» diverse Probleme mit sich. «Es gibt oft keine verlässlichen Informationen zur Gesundheit des Muttertiers oder der Welpen selbst», sagt Karin Hawelka, Kampagnenleiterin bei «Vier Pfoten Schweiz». In solchen Fällen könne nicht ausgeschlossen werden, dass Welpen an verschiedenen Krankheiten leiden, wie beispielsweise Tollwut.

Mit illegal eingeführten Hunden gehen die Kantone in der Schweiz unterschiedlich um. «Im besten Fall werden die Hunde unter Quarantäne gestellt oder zurück ins Herkunftsland geschickt», so Hawelka. «Im schlimmsten Fall müssen sie eingeschläfert werden.» Um das zu verhindern, sollte man vom Kauf von potenziell illegalen Hunden zum Wohl der Tiere absehen. Auch der lange Transport sei für viele Tiere bedenklich.

«Nebst nicht garantiertem Impfschutz gegen lebensgefährdende Krankheiten wie Tollwut, Staupe oder Parvovirose, stellt zudem die fehlende vorherige Entwurmung und die Belastung des langen Transports weitere gesundheitliche Risiken dar», sagt Hawelka. «Während der langen Fahrten werden Welpen darüber hinaus meist nicht richtig gefüttert oder bekommen nicht genügend Wasser». Kürzlich wurde via Deutschland ein Zwergspitz-Welpe aus Osteuropa in die Schweiz eingeführt. Der Welpe wurde kurz nach der Ankunft krank und starb. «Solche Beispiele kommen in letzter Zeit leider immer häufiger vor», sagt Hawelka von «Vier Pfoten Schweiz». Die Organisation setzt sich deshalb dafür ein, dass künftig der Handel auf Online-Plattformen europaweit reguliert wird.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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