Angriff in Beauty-Salon: Drei Jahre für Axt-Attacke auf Schwangere (21)
Aktualisiert

Angriff in Beauty-SalonDrei Jahre für Axt-Attacke auf Schwangere (21)

Die 52-jährige Frau, die mit einer Axt auf die Freundin ihres Sohnes losging, kassiert eine Gefängnisstrafe. Ihr Opfer war im fünften Monat schwanger.

von
jas
Das Gebäude der Kantonalen Gerichte, in dem sich auch das Schwyzer Strafgericht befindet. (Bild: Keystone/Sigi Tischler)

Das Gebäude der Kantonalen Gerichte, in dem sich auch das Schwyzer Strafgericht befindet. (Bild: Keystone/Sigi Tischler)

Keystone

Das Kantonsgericht Schwyz hat eine 57-jährige Kosmetikerin wegen versuchter vorsätzlicher Tötung schuldig gesprochen. Die Frau hatte die Freundin ihres Sohnes mit einem Beil attackiert. Sie soll dafür mit einer Freiheitsstrafe von drei Jahren bestraft werden.

Wie das Kantonsgericht Schwyz am Dienstag mitteilte, sprach es von der Strafe zwei Jahre bedingt aus. Die Probezeit beträgt zwei Jahre. Die restliche Strafe wird vollzogen. Zudem muss sich die Frau einer ambulanten Behandlung unterziehen. Die Kosten des Verfahrens – rund 100'000 Franken – werden der Beschuldigten auferlegt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Opfer hatte Watte auf den Augen

Die Beschuldigte hatte im Juli 2015 die Freundin ihres Sohnes mit einem Beil angegriffen, als diese bei ihr im Kosmetiksalon sass – mit Wattepads auf den Augen. Zum Tatzeitpunkt war das Opfer im fünften Monat schwanger. Es erlitt nicht lebensbedrohliche Schnittwunden an Stirn, Kinn, Schulter und am Unterarm.

Im Anschluss an die Tat reinigte die Angeklagte den Salon während rund einer Stunde und fuhr das Opfer schliesslich ins Spital.

Verteidiger wollte vier Monate, Staatsanwalt acht Jahre

Die Verteidigung hatte für einen Schuldspruch wegen versuchten Totschlags plädiert und eine bedingte Freiheitsstrafe von vier Monaten gefordert. Die Anklage hingegen lautete auf versuchten Mord, eventuell versuchte vorsätzliche Tötung oder versuchten Totschlag; beantragt waren Strafen von bis zu acht Jahren.

Als Motiv führte der Staatsanwalt bereits letzte Woche auf, dass das Opfer bereits Kinder hatte, welche von der chronisch überlasteten Beschuldigten betreut wurden. Zudem habe die Frau Tage zuvor erfahren, dass die damals 21-jährige Ungarin erneut schwanger und eine Abtreibung nicht mehr möglich sei.

(jas/sda)

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