Valiant-Bank überfallen: Drei Jahre für Bankräuber
Aktualisiert

Valiant-Bank überfallenDrei Jahre für Bankräuber

Wegen eines Banküberfalls in Bern ist ein 25-jähriger Schweizer aufgrund von Indizien verurteilt worden. Er wurde zu drei Jahre Gefängnis verurteilt.

Ins Gefängnis muss der Mann aber nicht mehr: Das Gericht sprach für 23 von 36 Monaten eine bedingte Strafe aus, die anderen 13 Monate hat der Mann bereits in Untersuchungshaft verbracht. «Es macht keinen Sinn, ihn nochmals hinter Gitter zu schicken», sagte Gerichtspräsident Martin Müller bei der Urteilsbegründung.

Der Verurteilte hat die Tat stets bestritten, sein Verteidiger plädierte auf Freispruch. Ob er das Urteil weiterzieht, liess er am Donnerstag ebenso offen wie der Staatsanwalt, der eine fünfjährige Freiheitsstrafe gefordert hatte.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Schweizer kosovarischer Abstammung im Januar 2008 die Filiale der Valiant-Bank am Berner Breitenrainplatz überfallen und Bargeld von 640'000 Franken erbeutet hatte. Füge man die einzelnen Indizien zusammen, ergebe sich ein schlüssiges Gesamtbild, sagte Gerichtspräsident Müller.

Halbe Million Franken fehlt

Der Räuber habe mit dem bewaffneten Überfall die Bankangestellten in Angst und Schrecken versetzt - ob die Waffe geladen gewesen sei oder nicht, bleibe zweitrangig. Der Mann habe die Tat geplant, eine gewisse Kaltblütigkeit an den Tag gelegt und einen hohen Geldbetrag erbeutet.

Von einer halben Million Franken fehlt noch immer jede Spur. Das restliche Geld soll der Mann nach den Erkenntnissen der Ermittler gebraucht haben, um Schulden seines finanziell schwer angeschlagenen Klubs in der Innenstadt zurückzuzahlen.

(sda)

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