Coiffeur verurteilt: Drei Jahre für HIV-Ansteckung
Aktualisiert

Coiffeur verurteiltDrei Jahre für HIV-Ansteckung

Wer heute einen ahnungslosen Sexualpartner mit Aids ansteckt, muss mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von über drei Jahren rechnen. Das ist der Tarif, den das Zürcher Obergericht am Freitag in einem Prozess gegen einen Asylbewerber aus dem Kongo festlegte.

von
Attila Szenogrady

Der heute 26-jährige Angeklagte legte vor Obergericht ein umfassendes Geständnis ab. Demnach hatte der aus der Republik Kongo geflohene Coiffeur seine um ein Jahr jüngere Schweizer Freundin im Frühling 2007 in Zürich mit dem HI-Virus angesteckt. Obwohl der abgewiesene Asylbewerber um seine Infektion bereits seit dem Februar 2005 gewusst hatte.

Fest steht, dass der Mann seine Krankheit verschwieg und danach mit seiner Partnerin über drei Monate lang ohne Kondome ungeschützt sexuell verkehrte. Mit der Folge, dass sich die Geschädigte mit dem HI-Virus ansteckte. Der Angeklagte gab auch zu, das Opfer während eines Streits gewürgt und verprügelt zu haben.

Drei Jahre und fünf Monate Freiheitsstrafe

Vor Obergericht waren die Schuldpunkte der schweren Körperverletzung, des Verbreitens menschlicher Krankheiten, der Nötigung sowie der Tätlichkeiten nicht mehr umstritten. Im Gegensatz zum Strafmass. Während der Staatsanwalt eine unbedingte Freiheitsstrafe von 45 Monaten verlangte, setzte sich die Verteidigung für zwei Jahre ein und verwies auf die Strafempfindlichkeit seines Mandanten, der heute an seiner inzwischen ausgebrochenen Krankheit leide.

Das Gericht ging von einem schweren Verschulden aus und befand, dass der Angeklagte eine Ansteckung seiner Freundin aus egoistischen Gründen in Kauf genommen habe. Das Opfer sei heute empfindlich im Lebensgenuss eingeschränkt.

Der Angeklagte erhielt eine unbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren und fünf Monaten. Zudem soll er der Geschädigten zu 100 Prozent einen noch zu ermittelnden Schadenersatz leisten. Zudem ein Schmerzensgeld von 50 000 Franken.

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