«Steinhölzli-Mord»: Drei Jahre kürzere Haft für Todesschützen
Aktualisiert

«Steinhölzli-Mord»Drei Jahre kürzere Haft für Todesschützen

Der Mann, der 2011 in Köniz eine Kontrahenten erschossen hat, stand letzte Woche erneut vor dem Berner Obergericht. Dort wurde der Fall nochmals geprüft. Nun ist das Urteil gefällt.

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miw / sda
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Der Mann, der 2011 in Köniz eine Kontrahenten erschossen hat, stand letzte Woche erneut vor dem Berner Obergericht.

Der Mann, der 2011 in Köniz eine Kontrahenten erschossen hat, stand letzte Woche erneut vor dem Berner Obergericht.

TeleBärn
Das Obergericht musste auf Befehl des Bundesgerichts den Fall nochmals überarbeiten: Es hatte als zweite Instanz darauf verzichtet, den Beschuldigten nochmals zu seiner Person und den ihm zur Last gelegen Vorwürfen zu befragen.

Das Obergericht musste auf Befehl des Bundesgerichts den Fall nochmals überarbeiten: Es hatte als zweite Instanz darauf verzichtet, den Beschuldigten nochmals zu seiner Person und den ihm zur Last gelegen Vorwürfen zu befragen.

Keystone/Peter Klaunzer
Das Bundesgericht kam zum Schluss, die Befragung des Beschuldigten sei unerlässlich - gerade in einem Fall, wo Aussage gegen Aussage stehe. So wurde dies nun vergangene Woche nachgeholt.

Das Bundesgericht kam zum Schluss, die Befragung des Beschuldigten sei unerlässlich - gerade in einem Fall, wo Aussage gegen Aussage stehe. So wurde dies nun vergangene Woche nachgeholt.

Keystone/Peter Klaunzer

Ein 39-jährige Türke, der 2011 im Liebefeld einen Landsmann und Geschäftskonkurrenten erschoss, ist zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Das Berner Obergericht erklärte ihn der vorsätzlichen Tötung in Notwehrexzess schuldig.

In einem ersten Anlauf hatte das Obergericht den Mann deswegen zu einer achtjährigen Strafe verurteilt. Auf Geheiss des Bundesgerichts mussten die Berner Richter den Fall aber neu beurteilen. Das höchste Gericht hatte darauf gepocht, dass der Beschuldigte auch von der zweiten Instanz befragt werde.

Das holte das bernische Obergericht am vergangenen Donnerstag nach. Tags darauf plädierte die Verteidigung auf Freispruch. Die Staatsanwaltschaft forderte die Bestätigung der achtjährigen Strafe.

Schüsse aus kurzer Distanz

Der Fall dreht sich um zwei Türken, die Kontrahenten im gleichen Metier waren. Am 26. Dezember 2011 eskalierte der Streit bei der Bushaltestelle Steinhölzli im Liebefeld, einem Ortsteil von Köniz bei Bern.

Der Beschuldigte gab zwei Schüsse aus kurzer Distanz ab, einer davon traf das Opfer tödlich im Brustkorb. Nach Darstellung der Verteidigung handelte der Beschuldigte in Notwehr, als er seine Waffe zückte. Das Obergericht kam hingegen erneut zum Schluss, es handle sich um einen Fall von Notwehrexzess.

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