Aktualisiert 04.05.2012 08:28

Drogenkrieg in MexikoDrei Journalisten ermordet und zerstückelt

Im mexikanischen Staat Veracruz hat die Polizei die in Plastiksäcke verpackten Leichen dreier Fotoreporter und einer Frau gefunden. Die verstümmelten Körper weisen auch Folterspuren auf.

Die Leichen der drei Männer sowie einer Frau wurden am 3. Mai in Boca del Rio in einem Abwasserkanal entdeckt. <i>(Quelle: AP Television)</i>

Die mexikanische Polizei hat im Bundesstaat Veracruz die zerstückelten Leichen dreier Fotoreporter gefunden. Sie befanden sich in Plastiksäcken und wurden in Boca del Rio nahe der Hafenstadt Veracruz am Golf von Mexiko entdeckt.

Bei den Leichen befanden sich auch die sterblichen Überreste einer Frau, die die Freundin eines der Männer gewesen sein soll, wie die Marinepolizei am Donnerstagabend mitteilte.

Folterspuren

Die Behörden gehen von einem Verbrechen der organisierten Kriminalität aus. Die Körper wiesen den Angaben zufolge auch Folterspuren auf.

Bei den Getöteten handelt es sich um die Fotografen Guillermo Luna Varela, Gabriel Huge und Esteban Rodríguez, die für verschiedene Medien der Region arbeiteten. Huge hatte bereits im vergangenen Jahr seine Zeitung «Notiver» verlassen müssen, nachdem seine damalige Freundin, die Reporterin Yolanda Ortiz, getötet worden war.

Weitere Journalisten vermisst

Am vergangenen Samstag war in Jalapa, der Hauptstadt von Veracruz, die Reporterin der Zeitschrift «Proceso», Regina Martínez, tot aufgefunden worden. Sie hatte in ihren Artikeln vor allem auf die Verstrickung der Behörden in die organisierte Kriminalität hingewiesen.

In Mexiko sind im vergangenen Jahr nach offiziellen Angaben elf Journalisten getötet worden, weitere wurden entführt und werden noch vermisst. Es gilt als besonders gefährlich, auf die Machenschaften korrupter Politiker und deren Verstrickung in die Kriminalität aufmerksam zu machen.

(sda)

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