Sri Lanka: Drei Journalisten nach Bericht verhaftet

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Sri LankaDrei Journalisten nach Bericht verhaftet

Nach einem Bericht über die Zustände in Flüchtlingslagern und Fälle von sexuellem Missbrauch sind in Sri Lanka drei Journalisten festgenommen worden. Ihnen wird vorgeworfen, dem Ansehen der Regierungstruppen geschadet zu haben.

Einem Polizeisprecher zufolge wurden die Mitarbeiter des in London ansässigen Fernsehsenders Channel 4 in der östlichen Stadt Trincomalee aufgegriffen. Die Ermittlungen dauerten noch an.

Der Asien-Korrespondent des Senders, Nick Paton Walsh, sagte telefonisch der Nachrichtenagentur AP, er sei zusammen mit einer Produzentin und einem Kameramann festgenommen worden. Die Gruppe sei von der Polizei in die Hauptstadt Colombo gebracht worden. Die Festnahme stehe in Zusammenhang mit dem Bericht über die Zustände in Flüchtlingslagern und angeblichen sexuellen Missbrauch dort von Anfang der Woche, sagte Walsh.

Angriffe auf Krankenhäuser?

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch warf den Regierungstruppen unterdessen Dutzende Angriffe auf Krankenhäuser in der von tamilischen Rebellen kontrollierten Zone im Norden des Landes vor. Es lägen Informationen über mindestens 30 Angriffe seit Dezember vor, erklärte die in New York ansässige Organisation am Samstag. Dutzende Menschen sollen dabei getötet worden sein.

Die Streitkräfte wiesen die Vorwürfe zurück. Sie griffen bei ihren Einsätzen niemals Krankenhäuser an, sagte Militärsprecher Udaya Nanayakkara.

Zehntausende Zivilisten zwischen den Fronten

Die Regierungstruppen haben die Rebellen in den vergangenen Wochen auf einen rund vier Kilometer langen Streifen an der Nordostküste der Insel Ceylon zurückgedrängt. In dem Gebiet sind Schätzungen zufolge etwa 50 000 Menschen eingeschlossen. Die Regierung wirft den Befreiungstigern von Tamil Eelam (LTTE) vor, die Zivilbevölkerung als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen.

Die Rebellen kämpfen seit 1983 für einen eigenen Staat der Tamilen. Der Konflikt hat schon mehr als 75 000 Menschen das Leben gekostet. Allein in den ersten drei Monaten 2009 kamen nach UN-Angaben fast 6500 Zivilpersonen ums Leben. (dapd)

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