Konsequenzen aus Gehrig-Bericht: Drei Kadermitglieder der Raiffeisen treten zurück
Aktualisiert

Konsequenzen aus Gehrig-BerichtDrei Kadermitglieder der Raiffeisen treten zurück

Bruno Gehrig hat seine Untersuchung bei der Raiffeisen abgeschlossen. Jetzt verlassen drei Geschäftsleitungsmitglieder das Unternehmen per sofort.

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Bruno Gehrig hat im Rahmen seiner Untersuchung zwar keine Nachweise für strafrechtlich relevantes Verhalten gefunden.

Bruno Gehrig hat im Rahmen seiner Untersuchung zwar keine Nachweise für strafrechtlich relevantes Verhalten gefunden.

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Allerdings stellte er gravierende Mängeln in der Akquisition und dem Management von Beteiligungen fest.

Allerdings stellte er gravierende Mängeln in der Akquisition und dem Management von Beteiligungen fest.

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Logo of the Raiffeisen bank at its headquarters in St. Gallen, Switzerland, on June 5, 2018. (KEYSTONE/Gaetan Bally)Logo der Raiffeisenbank am Hauptsitz in St. Gallen, aufgenommen am 5. Juni 2018. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Logo of the Raiffeisen bank at its headquarters in St. Gallen, Switzerland, on June 5, 2018. (KEYSTONE/Gaetan Bally)Logo der Raiffeisenbank am Hauptsitz in St. Gallen, aufgenommen am 5. Juni 2018. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

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Bei der von Affären durchgeschüttelten Raiffeisen hat eine unabhängige Untersuchung zwar keine Nachweise für strafrechtlich relevantes Verhalten gefunden. Allerdings stellte sie gravierende Mängel in der Akquisition und dem Management von Beteiligungen fest. Raiffeisen kündigt nun ein umfassendes Massnahmenpaket an. Drei Geschäftsleitungsmitglieder nehmen nun den Hut.

Gabriele Burn und Beat Hodel hätten am Vortag per sofort ihre Funktionen abgegeben, schrieb die genossenschaftlich organisierte Bankengruppe in einer Mitteilung vom Dienstag. Paulo Brügger habe ebenfalls per sofort seinen Rücktritt als Mitglied der Geschäftsleitung erklärt. Damit seien alle Geschäftsleitungsmitglieder aus dem Unternehmen ausgeschieden, die bereits vor 2015 in der Ära von Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz Teil des Gremiums gewesen seien. Auch Generalsekretär Roland Schaub hat Raiffeisen per sofort verlassen.

Zuvor hatte bereits Patrik Gisel, der als jahrelange Nummer zwei die Nachfolge von Pierin Vincenz angetreten hatte, seinen Chefposten abgegeben. Es bedürfe eines Neustarts, um die Aufgaben und Herausforderungen von Raiffeisen Schweiz vorantreiben zu können, liess sich der neue Raiffeisen-Chef Heinz Huber zitieren. Die Evaluation möglicher Nachfolger werde in die Wege geleitet, bis dahin würden die jeweiligen Funktionen durch eine Stellvertreterregelung sichergestellt.

Auch Strafuntersuchung läuft

Die Untersuchung unter der Führung des Wirtschaftsprofessors Bruno Gehrig befasste sich mit den Beteiligungsgeschäften, die Raiffeisen Schweiz und ihre Töchter seit 2005 unter dem ehemaligen Chef Vincenz gekauft hatten. Die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft ermittelt gegen den früher noch gefeierten Raiffeisenchef wegen möglicher ungetreuer Geschäftsbesorgung.

Der langjährige Chef der Bankengruppe soll bei Firmenübernahmen der Kreditkartengesellschaft Aduno und der Investmentgesellschaft Investnet ein Doppelspiel gespielt und persönlich abkassiert haben. Aduno reichte im Dezember 2017, Raiffeisen im Februar 2018 Anzeige gegen Vincenz ein.

Keine Nachweise von Bereicherung

Gehrig fand nun keine Nachweise, dass Vincenz oder andere ehemalige oder aktuelle Organe von Raiffeisen sich strafrechtlich relevant verhalten oder persönlich bereichert hätten. Allerdings sind diejenigen Sachverhalte, die bereits Gegenstand eines Strafverfahrens sind, von der Untersuchung ausgenommen.

Gehrig stellte aber fest, dass der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung bei ihrer Führungsarbeit gravierende Mängel aufgewiesen hätten. Dies in Bezug auf die Diversifikationsstrategie, bei der Vincenz zahlreiche Unternehmen zugekauft hatte.

Zwischen 2012 und 2015 baute Raiffeisen Schweiz durch Zukäufe von Beteiligungen neue Geschäftsbereiche im Wert von über einer Milliarde Franken auf. Durch mangelnde Führung und Kontrolle, organisatorische Versäumnisse und eine personenzentrierte Kultur seien finanzielle Nachteile, vor allem aber ein Reputationsschaden für die ganze Gruppe entstanden. (sda)

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