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Drei Neue und Beni Huggel

Drei Neulinge und den Rückkehrer Beni Huggel begrüsste Köbi Kuhn in Feusisberg zum ersten grossen Rendez-vous des Nationalteams seit der WM. Die EM-Tests gegen Venezuela und Costa Rica dienen der zweiten Garnitur des Kaders als Plattform.

Derweil sich die Nationalmannschaft schrittweise der EM-Endrunde 2008 im eigenen Land nähert, kämpft die U21-Auswahl in den kommenden sieben Tagen um die Teilnahme am kontinentalen Turnier im nächsten Jahr. Deshalb überliess Kuhn die A-Internationalen Tranquillo Barnetta, Johan Djourou, Blerim Dzemaili und Johan Vonlanthen gleichsam leihweise dem Nachwuchsteam. Die spezielle Konstellation wirkte sich auf das aktuelle Aufgebot erheblich aus. Steve von Bergen, Gökhan Inler (beide FCZ) sowie Alberto Regazzoni erhielten erstmals ein Aufgebot, und der «Frankfurter» Beni Huggel kehrte nach verbüsster Sperre zur Equipe zurück.

Die Neuen kennen sich bereits von früheren Einsätzen mit der U19-Mannschaft des SFV. Ihre Fahrgemeinschaft war demnach kein Zufall. Regazzoni, der kleine, aber brillante Wirbler aus Sitten, huschte fast unbemerkt an den Fotografen vorbei. Mehr im Mittelpunkt stand das FCZ-Duo von Bergen/Inler. Beide redeten nach der erstmaligen Ankunft im Kreis der nationalen Elite vom Stolz und der Ehre, nun auch einmal dazu zu gehören. Für von Bergen, den Meister-Verteidiger Zürichs, erfüllte sich ein Traum; aus der Sicht Inlers wars ein (offenbar endgültiger) Entscheid gegen den türkischen und für den Schweizer Verband.

Kuhn: «Inler ein interessanter Spieler»

Der Neuenburger Steve von Bergen empfahl sich mit einer brillanten Saison im FCZ für den Aufstieg in Kuhns Gruppe. Er kennt die Konkurrenz auf seiner Position. «Ich bin ja nicht naiv. Senderos, Djourou, Müller, Grichting, sie alle kommen vor mir», weiss Inler seine Position einzuschätzen. Und doch will der 23-Jährige seine Chance nutzen: «Man kann sich hier zeigen. Das ist mein Ziel!»

Kuhn attestiert dem jungen FCZ-Verteidiger «eine starke letzte Saison». Natürlich habe er jetzt davon profitiert, dass andere fehlen. Zum anderen erhöhen «Spieler wie von Bergen die interne Konkurrenz. Und das ist gut so.» Ähnlich äusserte sich Kuhn im Zusammenhang mit Inler. Der 22-Jährige entwickelte sich nach der Winterpause vom Aarauer Ersatzmann zur Stammkraft im FCZ. Kuhn überzeugte den Doppelbürger in mehrstündigen Gesprächen, sich für den SFV zu entscheiden. «Inler ist einer der interessanteren Spieler in der Schweiz.»

Huggels Freude

Rund neuneinhalb Monate stand Beni Huggel im Nationalteam nicht mehr zur Debatte. In der feindseligen Atmosphäre in der Türkei anlässlich des Rückspiels in der WM-Barrage (2:4) hatte sich der Basler zu einem Tritt gegen einen türkischen Trainer-Assistenten hinreissen lassen. Nachdem die FIFA im Juni die (zu) harte Strafe von sechs auf vier Sperren reduziert hatte und die Schweizer an der WM in den Achtelfinal vorgestossen waren, konnte Kuhn den im Team sehr geschätzten defensiven Mittelfeldakteur wieder berücksichtigen. «Ich habe mich über das Aufgebot sehr gefreut», strahlte Huggel nach verbüsster Strafe. (si)

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