Wegen Übersetzungsfehler: Drei Polizisten irrtümlich erschossen

Aktualisiert

Wegen ÜbersetzungsfehlerDrei Polizisten irrtümlich erschossen

Das dürfte für böses Blut in Afghanistan sorgen: Bei einem Luftangriff der NATO sind drei Polizisten getötet worden, die irrtümlich für Aufständische gehalten wurden.

Der stellvertretende Gouverneur der Provinz Daibkundi erklärte am Montag, offenbar sei ein Übersetzungsfehler Ursache des Irrtums gewesen. Die NATO bestätigte den Tod von drei afghanischen Polizisten. Eine Ermittlung sei eingeleitet worden. Der Zwischenfall könnte das Verhältnis zwischen der NATO und der afghanischen Regierung und Bevölkerung weiter belasten.

Die NATO gehe stets vorsichtig vor, um Todesfälle bei den Verbündeten zu verhindern, erklärte das Militärbündnis. Trotzdem seien offenbar Unschuldige ins Visier geraten. Ein Sprecher der Koalition, Rafael Torres, sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus.

Bodentruppen hatten laut NATO neun bewaffnete Personen gesehen, die offenbar damit beschäftigt waren, einen Hinterhalt zu errichten, und daraufhin Luftunterstützung angefordert. Später stellte sich heraus, dass es sich um afghanische Polizisten handelte.

Der stellvertretende Gouverneur Amanullah Gharji erklärte, zuvor habe es einen Anschlag der Taliban in der Region gegeben. US-Eliteeinheiten hätten gemeinsam mit örtlichen Polizisten nach den Tätern gesucht. Die Polizisten wurden für Taliban-Kämpfer gehalten, sagte Gharji weiter. Offenbar habe ein Übersetzer der internationalen Truppen den Zwischenfall ausgelöst.

Wieder Anschlag auf Grenzbeamte

Bei einem Selbstmordanschlag auf ein Fahrzeug der Grenzpolizei wurden in Südafghanistan mindestens zwei Menschen getötet. Ein Sprecher der Provinzregierung in Kandahar erklärte, zwei Beamte und ein Zivilist seien ums Leben gekommen. Ziel seien Mitarbeiter des Chefs der Grenzpolizei, Abdul Rasak, gewesen.

Rasak sagte, der Attentäter habe seinen Sprensatz am Montag in der Region Spin Boldak nahe der pakistanischen Grenze gezündet. Dort hatten die Taliban bereits am Freitag einen Anschlag auf ein Badehaus verübt, der 17 Menschen das Leben kostete, darunter auch Rasaks Stellvertreter. Rasak sagte, bei allen drei Opfern handele es sich um Polizisten. Die Taliban bekannte sich zu dem Anschlag und sprach von neun Toten, ihre Angaben sind aber oft übertrieben.

NATO-Soldaten töteten im Norden Afghanistans mehr als zehn Aufständische. Wie die Allianz am Montag mitteilte, kamen sie im Rahmen eines Einsatzes ums Leben, bei dem afghanische und NATO-Soldaten einen Taliban-Führer festnehmen wollten. Die Soldaten hätten eine Taliban-Stellung betreten, wo der Gesuchte vermutet worden sei. Bei einem anschliessenden Feuergefecht seien mehrere Aufständische getötet worden. Der Polizeichef der Provinz Kundus, Abdul Rahman Sajedchaili, berichtete von 13 getöteten Aufständischen. (dapd)

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