Aktualisiert 09.02.2020 18:43

Parallel-Riesenslalom

Sieg und Kristallkugel für Meillard, Tumler Zweiter

Der Romand schlägt den Bündner im Final von Chamonix und holt dazu noch den Sieg in der Disziplinenwertung der Parallelrennen.

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Sie umarmten sich herzlich, lachten und winkten ins Publikum. Auf der Tribüne waren einige Schweizerfahnen zu sehen, und die wehten zurecht: Beim Parallel-Riesenslalom in Chamonix gewann Loïc Meillard das Schweizer Duell um den Tagessieg gegen Teamkollege Thomas Tumler und feierte den ersten Weltcupsieg seiner Karriere. «Ein grossartiges Gefühl», sagte Meillard hinterher, der nur eine Fahrstunde von Chamonix im Unterwallis lebt.

Mit seinem Sieg gewann der 23-jährige Romand zudem die kleine Kristallkugel, die in dieser Saison erstmals für die Parallelrennen vergeben wird – nach nur zwei Rennen. Und nachdem die vier Erstklassierten des Bewerbes von Ende Dezember in Alta Badia schon in der ersten Runde ausgeschieden waren, war der Weg deshalb frei für Meillard, in Alta Badia Neunter.

Für Tumler wiederum, 30-jähriger Bündner aus Samnaun, ist es der zweite Podestplatz der Karriere nach dem 3. Platz im Dezember 2018 im Riesenslalom von Beaver Creek. Zuletzt dagegen lieferte Tumler kaum Resultate, entsprechend glücklich zeigte er sich nun: «Ich fragte mich langsam, wie oft ich noch unten durch muss. Das ist der Lohn dafür, dass ich nie aufgegeben habe.»

Meillard schlägt gar Gesamtweltcupanwärter Kilde

Die Zuschauer in Chamonix erlebten auf dem Weg zum Schweizer Doppelsieg ein veritables Sturzfestival. Nachdem Tumler und Meillard die erste Runde knapp über die Zeit überstanden hatten, profitierten sie im Achtelfinal vom Ausscheiden ihrer jeweiligen Konkurrenten – Tumler bezwang den Deutschen Linus Strasser, Meillard den Kanadier Erik Read. Im Viertelfinal kam Tumler weiter, weil der Italiener Simon Maurberger ausrutschte (und sich beim Aufprall im Netz verletzte). Meillard beeindruckte derweil mit einem klaren Sieg über den starken Norweger Aleksander Kilde.

Im Halbfinal traf Tumler auf Tommy Ford, der aber ebenfalls früh stürzte und dabei Tumler fast abgeräumt hätte. Der Engadiner umkurvte den Amerikaner jedoch langsam, blieb im Rennen und sicherte sich den Platz im Final. Wenige Minuten später stand das Schweizer Duell um den Sieg fest, als der Deutsche Alexander Schmid im Rennen gegen Meillard kurz vor dem Ziel einfädelte. Technikertrainer Matteo Joris konnte das Glück kaum fassen. Und Finalsieger Meillard befand: «Gegen den Teamkollegen zu fahren, war ein Gefühl wie im Training.»

Weniger gut lief es den restlichen Schweizern. In der 1. Runde ausgeschieden ist Tanguy Nef, der es als 32. und letzter immerhin noch ins Hauptfeld geschafft hatte. Die Qualifikation nicht überstanden haben dagegen Daniel Yule, Justin Murisier, Sandro Simonet, Gino Caviezel und Reto Schmidiger. Ramon Zenhäusern, tags zuvor im Slalom als Fünfter bester Schweizer, war nicht am Start.

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