Bier, Meer und Musik: Drei Tage Wahnsinn auf den Färöern
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Bier, Meer und MusikDrei Tage Wahnsinn auf den Färöern

Am G!-Festival auf den Färöer-Inseln wird wild gefeiert – und das mitten im Atlantik.

von
Marlies Seifert

Schon der Anflug ist ein Erlebnis: Mit acht Stunden Verspätung und nach 45 Minuten Kreisen sticht das Flugzeug wie ein Adler durch das Nebelmeer und landet sanft auf der Landebahn. Das Wetter auf den Färöer-Inseln ist spannender als jeder Krimi: Es wechselt beinahe im Minutentakt. Meist hält sich das Klima auf dem Archipel zwischen Schottland und Island aber im nasskalten Bereich auf. Umso mehr werden die wenigen Wochen Sommer im Jahr genossen – etwa am G!-Festival in Syðrugøta. Durch Unterseetunnels geht es von Insel zu Insel bis zum 500-Seelendorf im Nordosten.

Jährlich feiern hier Ende Juli rund 5000 Besucher – also rund zehn Prozent der Gesamtbevölkerung der Inselgruppe. Vor einer Traumkulisse direkt am Meer werden hauptsächlich lokale Bands bejubelt. «Bei uns sind die Winter lang», erklärt Singer/Songwriter Marius Ziska das rege Musikschaffen. «Entweder man macht Sport oder Musik», sagt er. So sind die Färinger Amateure schon für manche Fussballnationalmannschaft zum unangenehmen Gegner geworden.

Am G! steht jedoch die Musik im Vordergrund – auch wenn das der staunende Besucher beim ganzen Spektakel rundherum schon mal vergessen kann. Hier läuft alles etwas anders: Vor der Bühne am Strand wird wahlweise im Bikini oder im Neoprenanzug getanzt, während nebenan im beheizten Holzzuber munter Bierchen gekippt werden. Zum Restaurant muss man rudern. Und auf dem blauen Segelboot zwingt Kapitän Birger die VIPs zum Fischkopfessen, während er wüste Sprüche klopft.

Traditionelles färöisches Liedgut:

Jeder kennt hier jeden. Und auch als Fremder findet man bei den gastfreundlichen Nordländern schnell Anschluss. Bald schon krault man Kater Knut im Keller der Grosstante von Sanne, horcht bei Nachbar Benjamin einer Jamsession und wird in der Küche von Matrosin Anna-Maria zum Frühstück auf einen Jägermeister eingeladen. Der ganz normale Wahnsinn auf den Färöern eben.

Der färöische Singer/Songwriter Marius Ziska mit seiner Single «While You Were Dreaming»:

Quelle: Youtube

Anreise und Unterkunft

Auf dem Luftweg erreicht man die Färöer Inseln ab Kopenhagen mit Atlantic Airways. Alternativ kann man mit der Fähre ab Dänemark übersetzen. Hotels gibts ausserhalb der Hauptstadt Torshavn kaum, Campingplätze sind aber verbreitet. Abgesehen von Vogelbeoachtern, Anglern und Kreuzfahrttouristen reisen bislang nur wenige Touristen auf den Archipel.

visitfaroeislands.com

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