Kabul: Drei tote Isaf-Soldaten bei Selbstmordanschlag
Aktualisiert

KabulDrei tote Isaf-Soldaten bei Selbstmordanschlag

Die afghanische Hauptstadt Kabul ist am Dienstag bei einem Selbstmordattentat von einer schweren Explosion erschüttert worden. Drei ausländische Soldaten kamen ums Leben.

Ein Selbstmordattentäter der Taliban hat in der afghanischen Hauptstadt Kabul mindestens drei Soldaten der Internationalen Schutztruppe (ISAF) mit in den Tod gerissen. 13 afghanische Zivilpersonen wurden gemäss der Polizei verletzt.

Der Attentäter habe sich am Dienstag einige Hundert Meter von der US-Botschaft entfernt in einem Auto neben einem Konvoi in die Luft gesprengt, hiess es von Seiten der Polizei. Die NATO-geführte ISAF bestätigte den Tod von drei Soldaten, ohne Angaben zur Nationalität der Getöteten zu machen.

Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag auf der Strasse zum internationalen Flughafen. Über der Hauptstadt stieg nach der heftigen Explosion eine Rauchwolke auf. Zahlreiche Fahrzeuge in der Umgebung wurden nach Angaben der Polizei beschädigt.

In Westafghanistan erschoss ein Attentäter in einer afghanischen Armeeuniform einen ISAF-Soldaten. Die ISAF teilte am Dienstag mit, zu dem Angriff sei es bereits am Montag gekommen. Der ISAF-Einsatz läuft zum Jahresende aus.

Destabilisierendes Machtvakuum

Angriffe der Taliban haben in den vergangenen Monaten zugenommen. Das Land erlebt auch wegen des anhaltenden Streits um die Präsidentenwahl eine Phase der Instabilität.

Ein Jahr nach Beginn des Wahlprozesses in Afghanistan steht weiterhin kein Nachfolger für den scheidenden Präsidenten Hamid Karsai fest. Um den Posten streiten die Kandidaten Abdullah Abdullah und Aschraf Ghani, die im Juni in einer Stichwahl gegeneinander angetreten waren.

Ein Sprecher Abdullahs namens Ali Amiri sagte am Donnerstag, sein Team fordere, dass bei der Veröffentlichung des Wahlergebnisses kein Sieger erklärt werde. Ghani-Sprecher Daud Sultansoi sagte dagegen, auch das Volk fordere die Ausrufung eines Wahlsiegers.

Ghani hatte nach dem vorläufigen Ergebnis die Stichwahl gewonnen. Nach Wahlbetrugsvorwürfen Abdullahs hatten sich beide Kandidaten auf eine Neuauszählung aller Stimmen geeinigt, die inzwischen abgeschlossen ist. Sie einigten sich auch auf die Bildung einer gemeinsamen Einheitsregierung. Strittig ist aber, wie die Macht in dieser Regierung verteilt werden soll.

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