Aktualisiert 30.08.2015 11:23

226 VerhaftungenDreimal so viele Schlepper verhaftet

Seit dem Arabischen Frühling steigen die Zahlen der festgenommenen Schlepper in der Schweiz. Deren ergaunertes Geld landet auf Schweizer Konten.

Aufmerksam gegen Schlepper: Ein Mitglied des GWK am Grenzübergang in Chiasso. (23. Okober 2014)

Aufmerksam gegen Schlepper: Ein Mitglied des GWK am Grenzübergang in Chiasso. (23. Okober 2014)

Das Schweizer Grenzwachtkorps (GWK) hat seit Anfang Jahr 226 mutmassliche Schlepper verhaftet, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. Rechnet man die Zahl aufs ganze Jahr hoch, kommt man auf fast 400 Festgenommene.

Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die vor vier Jahren mit dem arabischen Frühling und seinen Flüchtlingsbewegungen begonnen hat: Mit der Bedeutung der Schlepper nimmt auch die Zahl ihrer Verhaftungen zu. 2011 lag sie bei 114, 2014 bei 384. Sie hat sich also mehr als verdreifacht.

Die meisten Schlepper, die das Grenzwachtkorps dieses Jahr festgenommen hat, sind kosovarische Staatsangehörige, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt. Daneben stammen sie hauptsächlich aus Eritrea und Syrien, aber auch aus Deutschland und der Schweiz.

Armee arbeitet mit Schlepper zusammen

Ein Bericht des UNO-Sicherheitsrats entlarvt bislang kaum bekannte Machenschaften von Menschenschmugglern aus Eritrea. So machen an der Westgrenze des Landes Armee-Offiziere gemeinsame Sache mit örtlichen Schleppern, um Flüchtlinge durch den Sudan nach Ägypten zu schleusen. Für den Service verlangen die Offiziere 3000 Dollar pro Person schreibt die «SonntagsZeitung». Zum Teil werden die Flüchtlinge aber auch festgehalten – und ihre Verwandten in Europa müssen bis zu 20000 Franken an Lösegeld zahlen.

Laut dem Bericht, der 2011 verfasst und 2013 aktualisiert worden ist, landen die Gelder der Schlepper auf einem Schweizer Konto. Zudem soll der Koordinator des Schmuggler-Rings in der Schweiz leben. Im UNO-Bericht heisst es, die Behörden in Bern seien über das Ausmass informiert worden. Trotzdem läuft bei der Bundesanwaltschaft kein Verfahren in dieser Sache. Über die Gründe gibt die Behörde keine weitere Auskunft.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.