Dreispringer Martinez verpasst Medaille
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Dreispringer Martinez verpasst Medaille

Alex Martinez hat an der WM in Osaka die Medaillenränge klar verpasst. Trotzdem sorgte der Schweizer für Aufsehen: Er trug ein Japan-Stirnband.

Wie 2006 bei den EM in Göteborg, wo Alexander Martinez Neunter wurde, hatte er im Dreisprung-Final bei den WM in Osaka ein paar bange Minuten zu überstehen - diesmal mit Erfolg. Am Ende schaute der 8. Rang und nach Bronze von Röthlin das erste Schweizer Diplom heraus.

Mit 16,85 blieb der Ex-Kubaner 28 cm unter seiner Saisonbestleistung. Im Zwölfer-Finalfeld hatte er auf dem Papier mit seinen 17,13 den 8. Rang belegt, den er im Wettkampf exakt bestätigte.

Weltmeister wurde in Abwesenheit des verletzten Olympiasiegers Christian Olsson (Sd) der erst 23 Jahre alte Portugiese Nelson Evora. Er steigerte seine Bestleistung von 17,51 auf 17,74 und schlug damit den Routiniers ein Schnippchen. «Ich war immer überzeugt davon, hier gewinnen zu können», sagte Evora.

Jadel Gregorio (27) aus Brasilien, der im Mai den Südamerika- Rekord auf 17,90 geschraubt hatte, sprang im 5. Durchgang von weit hinten auf den Silberplatz (17,59) vor, Titelverteidiger Walter Davis (USA) holte mit 17,33 noch knapp Bronze.

Martinez blieb bei seiner ersten WM-Teilnahme 48 cm von den Medaillen entfernt. «Mein Ziel war mindestens der Final», sagte er, «aber ich habe gesehen, dass ich technisch noch viel verbessern muss.» Er war mit einem weissen Stirnband angetreten, worauf die japanische Sonne und der japanische Schriftzug «Sieger» prangten; das Band hatte ihm die Freundin (mit japanischen Wurzeln) von Hürdensprinter Andreas Kundert kreiert.

Martinez begann mit 16,77 und war nach dem 1. Durchgang Fünfter. Auf 16,30 folgten die 16,85 im 3. Versuch, wodurch er auf Rang 8 zu stehen kam. Drei Konkurrenten hätten ihn vor dem Cut (Reduktion des 12er-Feldes auf 8 Finalisten) noch überholen können, doch diesmal ging, im Gegensatz zu Göteborg 2006, der Kelch an ihm vorbei. Er habe eigentlich gar keine Angst gehabt, noch aus dem Final zu fliegen, sagte er. 14 cm betrug am Ende seine Reserve.

«In den letzten drei Sprüngen habe ich alles gegeben», sagte der seit sieben Jahren in der Schweiz lebende Athlet. «Ich hatte mein Ziel erreicht, hatte nichts mehr zu verlieren und riskierte alles.» Die letzten drei Sprünge missrieten jedoch durchweg. «Ich hatte meist Probleme mit der Vorlage. Am Anfang hielt ich auch den Hop (1. Sprung) zu lange», sagte er.

Die Krämpfe im Unterschenkel, die er in der Qualifikation verspürt hatte, «waren diesmal viel besser», und seine alten Verletzungen (Knie und Ferse) behinderten ihn offensichtlich nicht mehr. Es hat sich jedoch gezeigt, dass Martinez eine absolut verletzungsfreie Vorbereitungszeit und Saison hinter sich haben muss, um mit den Weltbesten mitzuhalten - und möglicherweise in Peking 2008 eine olympische Medaille zu gewinnen.

Männer, Dreisprung, Final:

1. Nelson Evora (Por) 17,74

2. Jadel Gregorio (Br) 17,59

3. Walter Davis (USA) 17,33

Ferner:

8. Alexander Martinez (Sz) 16,85

(fox/si))

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