Verfilmung : Dreissig Jahre alte sowjetische «Herr der Ringe»-Version aufgetaucht
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Verfilmung Dreissig Jahre alte sowjetische «Herr der Ringe»-Version aufgetaucht

Eine lange verloren geglaubte sowjetische Version ist vergangene Woche auf Youtube aufgetaucht. Der zehn Jahre vor Peter Jacksons «Die Gefährten», produzierte Film, wurde offenbar nur einmal im Fernsehen ausgestrahlt.

von
Angela Rosser
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Die aufgetauchten Videos wurden bereits millionenfach angeschaut.

Die aufgetauchten Videos wurden bereits millionenfach angeschaut.

Screenshot

Peter Jacksons Verfilmung des ersten Teils «Die Gefährten», der Herr der Ringe Trilogie spielte rund 871,53 Millionen US-Dollar ein.


Peter Jacksons Verfilmung des ersten Teils «Die Gefährten», der Herr der Ringe Trilogie spielte rund 871,53 Millionen US-Dollar ein.

imago images/Mary Evans

Darum gehts

  • Eine dreissig Jahre alte Version des ersten Herr der Ringe Teils ist in Russland aufgetaucht.

  • Das zweiteilige Video ist auf YouTube zu sehen.

  • Fans sind ausser sich vor Freude über den Fund.

«Der Person, die das gefunden und digitalisiert hat, sollte eine Statue errichtet werden» kommentiert ein User auf Youtube. Gemeint ist das zweiteilige Video der vermeintlich ältesten Herr der Ringe Verfilmung aus dem Jahr 1991, gedreht in Russland. Die Videos wurden mittlerweile schon über eine Million Mal angeschaut.

Der erste Teil der Tolkien-Trilogie «Die Gefährten» wurde in Russland als Low Budget Film produziert und heisst «Khraniteli» (auf Deutsch «Hüter» oder «Wächter»). Der Fernsehfilm scheint aus einer ganz anderen Welt zu stammen im Gegensatz zu Peter Jacksons Epos. Die Kostüme und Kulissen sind rudimentär, die Spezialeffekte im Vergleich banal.

Der Film wirkt eher wie eine Theaterproduktion, schreibt «The Guardian». Die Protagonisten, wie die Handlung, seien aber durchaus zu erkennen. In der neu aufgetauchten Version fanden auch Elemente Platz, die in Jacksons 93-Millionen-Dollar-Produktion weggelassen wurden, wie zum Beispiel die Rolle des Tom Bombadil. Der Waldbewohner wurde im Englischen weggelassen, weil seine Rolle zu langatmig war und die Handlung nicht voranbrachte.

Tolkiens Fantasiesprache verunmöglichte russische Übersetzung

«Jahrzente haben Fans Archive durchforstet auf der Suche nach diesem Film, konnten ihn aber nie finden», schrieb «World of Fantasy» eine russische Publikation, die über Adaptionen Tolkiens berichtete. Dass diese Verfilmung überhaupt vorhanden ist, erstaunt aus mehreren Gründen. Allein schon an übersetzte Versionen von Tolkiens Trilogie als Buch heranzukommen, gestaltete sich in der Sowjetunion schwierig.

Zum einen könnte die Komplexität der Handlungen und sprachliche Eigenheiten Tolkiens der Grund sein, die eine Übersetzung ins russische erschwerte. Laut «The Guardian» sind jedoch einige Fans überzeugt, dass die Vereinigung von Zwergen, Hobbits, Menschen und Elben gegen eine grosse Macht aus dem Osten der sowjetischen Zensur zum Opfer fiel.

Die erste russische Übersetzung des Buches erschien 1966 im Samisdat, also zehn Jahre nach der englischen Veröffentlichung. Samisdat ist die Bezeichnung für die Verbreitung nicht angepasster Literatur aus sowjetischer Sicht. Die Verbreitung von Schriften ohne Druckgenehmigung wurde als Propaganda und Kritik am Staat verstanden und mit Haft, Ausweisung oder Verbannung bestraft.

Deine Meinung

11 Kommentare
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Trickfilmfan

07.04.2021, 22:05

Ralph Bakshi - Herr der Ringe 1977! Ein mit Rotoskopie Verfahren hergestellter Trickfilm der Geschichte nach Originalzeichnungen. Für Rotoskopie wird ein Film im Studio mit minimalem Set aufgezeichnet und danach mittels Projektion, dem Rotoskop eben, Bild für Bild von Hand Bearbeitet was zu Anatomisch korrekten Bewegungsabläufen führt. Andere Beispiele dafür ist Disneys tanzende Fee in Fantasia oder "Little Red Riding Hood" von Tex Avery. Aber wer kennt schon Ralph Bakshi, er ist ja bloss ein unbedeutender Rebell. Ein noch schönerer Fantasy Film nach dem selben Verfahren ist "Fire and Ice" von Ralph Bakshi (1982). Und natürlich super cool "Cool World" von 1992. Weitere Trickfilme in herkömmlicher Art "Fritz the Cat" (1972), "Heavy Traffic" (1973), "Coonskin" (1974) die letzten zwei sind in Verruf geraten wegen der Darstellung der Afro-Amerikaner obwohl Bakshi ganz klar die Weissen auf das Korn nimmt und auch den Abzug durchzieht.

Blindschleiche

07.04.2021, 21:16

Bei mir gibts morgens die Thriller Verfilmung .. Herr der Augenringe

LOTRFan

07.04.2021, 21:12

1962 wurde bereits eine indische Version gedreht vom Prduzenten Night Shyamalan ✅