Biker verwüsten in Bichwil eine Wildruhezone
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Bichwil SGDreiste Biker verwüsten Wildruhezone

Dem Ehepaar Baldegger sind Biker schon seit einiger Zeit ein Dorn im Auge – immer wieder durchqueren sie den Wald beim Wildberg in Bichwil SG auf unerlaubten Pfaden.

von
Pascal Eicher
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In Bichwil SG verwüsteten Bikerinnen und Biker eine Wildruhezone (Symbolbild).

In Bichwil SG verwüsteten Bikerinnen und Biker eine Wildruhezone (Symbolbild).

Pexels / Irene Lasus
Es war nicht der erste Vorfall: Bereits vor zwei Jahren wurden unerlaubte Pfade passiert (Symbolbild).

Es war nicht der erste Vorfall: Bereits vor zwei Jahren wurden unerlaubte Pfade passiert (Symbolbild).

Pexels / Jan Kopriva
Wildtiere werden von den Bikerinnen und Bikern empfindlich gestört (Symbolbild).

Wildtiere werden von den Bikerinnen und Bikern empfindlich gestört (Symbolbild).

imago images / Raimund Linke

Darum gehts

  • In Bichwil SG haben Bikerinnen und Biker mehrfach illegale Wege im Wald beim Wildberg benutzt.

  • Die Bikerinnen und Biker haben zuhauf Sträucher, Tannen und Buchen zersägt, um den Weg freizuräumen.

  • Wildtiere werden empfindlich gestört.

  • Das Ehepaar hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Für Hans und Rita Baldegger aus Bichwil SG sind Bikerinnen und Biker ein Ärgernis. Ihnen gehört nämlich ein Waldstück am Wildberg, welches häufig abseits der erlaubten Wege befahren wird. Dies ist vor allem deshalb problematisch, weil sich im Waldstück des Ehepaars eine Wildruhezone befindet, deren Befahrung illegal ist.

Bereits vor zwei Jahren wurden unerlaubte Pfade von Bikerinnen und Bikern befahren. Als Reaktion darauf sperrte das Ehepaar den Zugang zum Wildwechsel mit Holzpfählen und Brettern. Ausserdem brachten sie in Absprache mit dem Kantonsforstamt ein Plakat am Eingang an, mit der Aufschrift: «Wildruhezone, kein Durchgang für Biker». Diese Massnahmen waren eine Zeit lang effektiv.

Ende Juli 2021 bemerkte Rita Baldegger jedoch, dass das Plakat entfernt worden war, wie es in den «Wiler Nachrichten» heisst. Kurz darauf war auch die Absperrung verschwunden. Ausserdem wurden Bäume und Sträucher vom Pfad geräumt, um eine Abfahrt zu ermöglichen. «Die Bikerinnen und Biker haben Tannen, Buchen und Sträucher im grossen Stil zersägt, vermutlich mit einer Kettensäge», sagt Rita Baldegger.

In der Folge verständigte das Ehepaar Baldegger die Polizei und erstattete Anzeige gegen Unbekannt. Dies bestätigt Pascal Häderli, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen, auf Anfrage von 20 Minuten.

Folgenschwere Abfahrten

Vom Sachschaden abgesehen hat das Handeln der Bikerinnen und Biker auch andere Konsequenzen. «Der Mensch wird von Wildtieren oft als direkte Gefahrenquelle wahrgenommen. In der Regel lösen solche Begegnungen Fluchtreaktionen bei Wildtieren aus, die unter anderem an ihren Energiereserven zehren», sagt Raphael Lüchinger, Regionalförster der Waldregion 1 des Kantons St. Gallen gegenüber den Wiler Nachrichten. «Wiederholte Störungen können zur chronischen Ausschüttung von Stresshormonen und damit zu erhöhter Krankheitsanfälligkeit und reduzierter Fruchtbarkeit führen», sagt Lüchinger weiter.

Hans und Rita Baldegger hoffen nun, dass die getroffenen Massnahmen abschreckend genug auf die Bikerinnen und Biker wirken und keine weiteren Schäden an Mensch und Tier entstehen. «Der Wald liegt mir sehr am Herzen. Hier herrscht eine unglaubliche Energie. Es kann nicht sein, dass die geschützten Bereiche derart verwüstet werden», sagt Rita Baldegger. Die verantwortlichen Bikerinnen und Biker bleiben weiter unbekannt.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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