Versicherungsbetrug - Dreister Arzt rechnete mehr als 24 Stunden pro Tag ab
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Versicherungsbetrug Dreister Arzt rechnete mehr als 24 Stunden pro Tag ab

Eine Kontrolle der Suva hat einen grösseren Betrug zutage gefördert. Ein Arzt verrechnete pro Tag teilweise mehr als 24 Stunden. Der Schaden beträgt 2,7 Millionen Franken.

von
Lucas Orellano
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Ein Arzt wurde von der Suva angezeigt.

Ein Arzt wurde von der Suva angezeigt.

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Der Mediziner, der über zwei Praxen verfügt, fiel den Kontrolleurinnen und Kontrolleuren des Versicherers auf, weil er überdurchschnittlich viele Stunden pro Tag abrechnete.

Der Mediziner, der über zwei Praxen verfügt, fiel den Kontrolleurinnen und Kontrolleuren des Versicherers auf, weil er überdurchschnittlich viele Stunden pro Tag abrechnete.

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Bei einer genaueren Kontrolle stellte sich heraus, dass er es bei seinen Betrügereien derart übertrieb, dass er regelmässig mehr als 24 Stunden pro Tag abrechnete.

Bei einer genaueren Kontrolle stellte sich heraus, dass er es bei seinen Betrügereien derart übertrieb, dass er regelmässig mehr als 24 Stunden pro Tag abrechnete.

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Darum gehts

  • Den Suva-Kontrolleurinnen und -Kontrolleuren war aufgefallen, dass ein Arzt überdurchschnittlich viele Stunden pro Tag abrechnet.

  • Als sie genauer hinschauten, sahen sie, dass es teilweise mehr als 24 Stunden pro Tag waren.

  • Der Arzt muss sich nun vor Gericht verantworten und das erschlichene Geld zurückzahlen.

Der Suva ist ein besonders dreister Arzt ins Netz gegangen. Der Mediziner, der über zwei Praxen verfügt, fiel den Kontrolleurinnen und Kontrolleuren des Versicherers auf, weil er überdurchschnittlich viele Stunden pro Tag abrechnete. Bei einer genaueren Kontrolle stellte sich heraus, dass er es bei seinen Betrügereien derart übertrieb, dass er regelmässig mehr als 24 Stunden auf dem Konto hatte. Die Suva reichte parallel mit anderen Versicherern Strafanzeige ein.

Die Staatsanwaltschaft fand daraufhin heraus, dass er nicht nur seinen Tag quasi verlängerte, sondern auch an Tagen Rechnungen ausgestellt hatte, an denen er nachweislich in den Ferien gewesen war. Neben seinen korrekten Rechnungen fanden sich zahlreiche gefälschte Dokumente, auf denen er Leistungen in Rechnung stellte, die er nicht durchgeführt hatte. Auch komplett fiktive Leistungen waren zu finden.

Wie die Suva berechnet, beläuft sich der bei allen Versicherern durch den Arzt angerichtete Schaden auf 2,7 Millionen Franken. Der Mann wird sich vor Gericht verantworten und das erschlichene Geld an die Versicherungen zurückzahlen müssen.

Versicherungs-Missbrauch in der Schweiz

Versicherungsmissbrauch liegt vor, wenn verunfallte Personen, Unternehmen oder Leistungserbringerinnen und Leistungserbringer wie Ärztinnen und Ärzte, Spitäler und Therapeutinnen und Therapeuten bewusst und zu Unrecht Versicherungsgelder beziehen oder Prämien hinterziehen.

Im Jahr 2020 hat die Suva von gut 222’000 Fällen, bei denen ein Taggeld oder eine Rente ausbezahlt wurde, 2236 Verdachtsfälle untersucht (+ 23,6 Prozent). Die Anzahl der abgeschlossenen Fälle mit bestätigtem Verdacht belief sich auf 478 Fälle gegenüber 520 Fällen im Vorjahr. Insgesamt konnten 12,6 Millionen Franken an ungerechtfertigten Leistungsbezügen verhindert werden. Die Einsparungen liegen damit unter dem Vorjahresniveau (2019: 17,1 Millionen Franken).

Die Ursache für den Rückgang liegt in den erschwerten Rahmenbedingungen durch die Covid-Pandemie, wodurch Abklärungen teilweise schwieriger oder unmöglich waren. Der durchschnittlich eingesparte Betrag pro Fall betrug 26’360 Franken (2019: 34’700 Franken). Observationen fanden keine statt.

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