Dreitägige Staatstrauer nach Anschlag
Aktualisiert

Dreitägige Staatstrauer nach Anschlag

Nach dem bislang schwersten Selbstmordanschlag in Afghanistan hat Präsident Hamid Karsai eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen. Karsai ordnete an, landesweit die Flaggen auf halbmast zu setzen.

«Die afghanische Nation ist weitaus stärker, als der Feind glaubt. Solche Vorfälle bringen uns nicht von unseren Zielen ab», sagte Karsai am Mittwoch.

Nach seinem Kenntnisstand seien bei dem Anschlag 41 Menschen ums Leben gekommen, darunter sechs Parlamentsabgeordnete. Etwa 120 weitere Menschen wurden verletzt. Die Zahlen seien allerdings noch vorläufige, fügte Karsai hinzu.

Der Anschlag war in der Provinz Baghlan, 150 Kilometer nördlich von Kabul, verübt worden, als eine Parlamentarierdelegation eine mit deutschen Mitteln geförderte Zuckerfabrik besichtigte.

Die Provinz Baghlan gehört zum Regionalkommando Nord der Internationalen Schutztruppe ISAF, das von der deutschen Bundeswehr geführt wird. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand. Die Taliban, die mit Abstand die meisten Anschläge in Afghanistan verüben, wiesen diesmal jede Verantwortung von sich.

Am Dienstag entging der kanadische Verteidigungsminister Peter MacKay, der sich zu einem Truppenbesuch auf einem Stützpunkt westlich von Kandahar befand, knapp einem Anschlag. Vier Soldaten wurden bei dem Raketenangriff der Taliban verletzt.

MacKay wurde umgehend mit einem gepanzerten Fahrzeug in Sicherheit gebracht und verliess den Stützpunkt per Helikopter. Kanada hat rund 2500 Soldaten in Afghanistan im Einsatz.

(sda)

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