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GesundheitsgefahrDringender Rückruf von virentötenden Stoffmasken

Sie sollen das Coronavirus nicht nur abhalten, sondern auch zerstören. Doch einige Chargen der 7-Monats-Mundschutzmaske Viral Protect enthalten eine hochgiftige Chemikalie.

von
Fee Anabelle Riebeling

Video zeigt, wie wichtig Masken während der Pandemie sind.

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Darum gehts

  • Die deutsche Drogeriekette Müller ruft Masken des Herstellers Media Chain Products zurück.

  • In dem Mundschutz wurde der hochgiftige Stoff Anilin entdeckt.

  • Der Hersteller warnt die Verbraucher ausdrücklich vor dem Gebrauch der Maske.

Nachdem im Frühjahr noch gemunkelt wurde, Masken würden im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus nichts bringen, ist heute klar: Mund-Nasen-Schutze sorgen nicht nur für mehr Abstand, sie schützen auch – vor allem, wenn man sie, wie eindrucksvoll mit dem Schweizer-Käse-Modell erklärt, mit anderen Massnahmen paart.

Vor einer bestimmten Maske wird nun jedoch gewarnt: Es handelt sich dabei um die 7-Monats-Mundschutzmaske Viral Protect des Herstellers Media Chain Products. Betroffen sind Masken der Charge 100406 in den Grössen M und L in Schwarz. Erhältlich waren sie unter anderem in den deutschen Filialen der Drogerie Müller sowie online. Auch über den Hersteller selbst konnten sie bezogen werden.

Livinguard-Masken nicht betroffen

Der Hersteller der beanstandeten Masken wirbt damit, dass die 7-Monats-Schutzmaske «nachweislich > 99,9 Prozent der Sars-CoV-2-Viren» abhält. Möglich macht dies dieTechnologie der Zuger Firma Livinguard, die auch selbst Masken herstellt und vertreibt. Dass die eigenen Produkte ebenfalls den Giftstoff enthalten, schliesst das Unternehmen aus: Zwar seien die Viral-Protect-Masken mit Livinguard-Gewebe ausgestattet, «der Rückruf bezieht sich nicht auf die Livinguard-Technologie oder das Produkt», heisst es auf Anfrage von 20 Minuten.

Blutgift Anilin

Die Müller Handels GmbH & Co. KG hat den Rückruf gestartet, nachdem bei einer internen Qualitätsprüfung im Einlassband der Maske Anilin nachgewiesen worden war. Dabei handelt es sich um einen hochgiftigen Stoff, der aus Erdöl gewonnen wird. Er wird unter anderem als Ausgangsstoff zur Herstellung von Farben und Kunstfasern verwendet, oft auch in Jeans.

Anilin gilt als starkes Blutgift, das den Sauerstofftransport im Blut verhindert. Aufgenommen werden kann das Gift, durch die Atemwege, durch Schlucken oder über Kontakt mit der Haut. Es steht im Verdacht, krebserregend zu sein, und kann vermutlich genetische Defekte verursachen. Wird der Stoff über die Haut aufgenommen, kann es in der Folge zum Beispiel zur Blaufärbung von Fingern und Lippen, zu Herzklopfen oder zu Schweissausbrüchen kommen.

Langfristige Vergiftungserscheinungen äussern sich durch Schwächegefühl sowie Appetitlosigkeit und können zudem Blasenkrebs verursachen. Bei Feststellung der genannten Symptome wird Besitzern der betroffenen Masken geraten, so schnell wie möglich einen Arzt aufzusuchen, wie es auf dem Newsportal HNA.de heisst.

«Nutzung umgehend einstellen»

In einem Statement bestätigt Hersteller Media Chain Products laut dem Verbraucherschutzportal Produktwarnung.eu den Fund des Giftstoffes und den Rückruf. Es gelte, «die Nutzung umgehend einzustellen». Als Grund wird eine starke Geruchsentwicklung angegeben.

Die Rückgabe des betroffenen Artikels soll in jeder Müller-Filiale möglich sein. Der Kaufpreis wird auch ohne Vorlage des Kassenbons erstattet. Ob die Charge auch in Schweizer Filialen oder Onlineshops erhältlich war oder dort umgetauscht werden kann, ist nicht bekannt. Sowohl die Antwort der Drogeriekette als auch die des Herstellers stehen noch aus.

Von der Rückrufaktion betroffen ist eine Charge des Modells.

Von der Rückrufaktion betroffen ist eine Charge des Modells.

Viral Protect

Um diese Masken geht es

- Modell: 7-Monats-Schutzmaske

- Marke: Viral Protect

- Hersteller: Media Chain Products

- Charge: 100406

- Farbe: schwarz

- Grössen: M und L

- EAN: 4260537362347 und 4260537362354

- Verkaufszeitraum: seit 30.10.2020

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